nationạl-, Nationạl-:
-bewußt /Adj.; entsprechend der Bedeutung von -bewußtsein/: n. Verhalten; Sie ermöglichten es, daß sich die nationalbewußten Kräfte unter dem Banner der nationalen Befreiungsbewegung sammelten Tageszeitung 1956;
-bewußtsein, das Bewußtsein von den objektiven Existenzbedingungen der eigenen Nation: ein ausgeprägtes, übersteigertes N.; das proletarische N.; Die Ausländerei der Fürsten- und Adelsklasse war allerdings eine brutale Verleugnung auch des bescheidensten Nationalbewußtseins Mehring Lessing-Legende 265; Wir Deutschen sind ... im Geiste eines blinden Chauvinismus erzogen worden; wir haben niemals ein wirkliches Nationalbewußtsein gekannt R. Bartsch Geliebt 349;
-bibliothek, die große staatliche wissenschaftliche Bibliothek mit zentralen Aufgaben, zu denen die Sammlung, Archivierung und bibliographische Erschließung des Schrifttums des eigenen Staates, der eigenen Nation wie auch die Sammlung des ausländischen Schrifttums über den Staat, die Nation gehören;
-einkommen, das Polit. Ök. derjenige Teil des jährlichen gesellschaftlichen Gesamtproduktes eines Staates, der der Gesellschaft nach Ersatz der im Produktionsprozeß verbrauchten Produk- tionsmittel verbleibt: das N. ständig erhöhen; das N. ist ständig gestiegen;
-elf, die vgl. -mannschaft: ein Sieg der brasilianischen N.;
-farben, die /Pl.; Sg. ungebräuchl./ Farben eines Staates, einer Nation, die auf Fahnen, Kokarden, Abzeichen, Ordensbändern geführt werden;
-feiertag, der: der 14. Juli ist der französische N.;
-flagge, die Flagge eines Staates, einer Nation: die N. hissen;
-garde, die hist. in der französischen Revolution gebildete Bürgerwehr: Monsieur, wir haben nicht ... die Nationalgarde formiert, damit an unsern Anstrengungen verdient wird Brecht Commune I;
-gefühl, das vgl. -bewußtsein: ein echtes N.; die Entwicklung eines sozialistischen Nationalgefühls; ob Sie nicht die Wiedergeburt jenes eben scheinbar überwundenen Nationalismus schreckt, der unter dem Deckmantel des Nationalgefühls sich eingeschlichen hat Joho Wendemarke 219;
-gericht, das für eine Nation typische Speise: im neueröffneten Restaurant werden vor allem russische Nationalgerichte angeboten;
-getränk, das vgl. -gericht;
-held, der geschichtlicher Held einer Nation: Tell ist der N. der Schweizer;
-hymne, die Hymne eines Staates, die bei feierlichen Anlässen gespielt, gesungen wird: die Kapelle spielte die sowjetische, polnische N.; die N. der DDR;
-komitee, das Neupräg.: das N. »Freies Deutschland« (im 2. Weltkrieg gegründete Organisation deutscher Kommunisten und Antifaschisten, die die Beendigung des Krieges durch den Sturz des Hitlerregimes und die Vorbereitung des Neuaufbaus eines antifaschistisch-demokratischen Deutschlands zum Ziel hatte);
-kultur, die: die bulgarische N.; das Aufblühen einer sozialistischen N.;
-literatur, die schöngeistige Literatur einer Nation, die in einer bestimmten historischen Etappe ihrer Entwicklung dem gesellschaftlichen Fortschritt dient: die Entwicklung der bürgerlichen deutschen N.; die Herausbildung einer sozialistischen N.;
-mannschaft, die Sport Mannschaft aus ausgewählten Sportlern, die ihren Staat, ihre Nation bei internationalen Wettkämpfen vertritt;
-ökonom, der vgl. -ökonomie;
-ökonomie, die veralt. Volkswirtschaftslehre;
-ökonomisch /Adj./ vgl. -ökonomie;
-park, der großer Naturschutzpark: Dank der Nationalparks und Reservate wird die polnische Natur in ihren charakteristischen und schönsten Erscheinungen geschützt Urania 1961;
-preis, der Neupräg. DDR hohe staatliche Auszeichnung der DDR, die alljährlich für hervorragende technische, wissenschaftliche und künstlerische Leistungen verliehen wird: jmdn. zum N. vorschlagen; einen Künstler mit dem N. auszeichnen; einem Kollektiv den N. verleihen;
-preisträger, der vgl. -preis;
-rat, der
   1. Neupräg. DDR: der N. (vom Kongreß der Nationalen Front gewähltes leitendes Organ) der Nationalen Front
   2. oberste parlamentarische Körperschaft in Österreich und der Schweiz
   3. Titel eines Abgeordneten in Österreich und der Schweiz;
-sozialismus, der naz. s. Nazismus;
-sozialist, der naz. s. Nazi;
-sozialistisch /Adj./ naz. nazistisch: die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei /Abk.: NSDAP/ (Partei des deutschen Faschismus bis 1945, Nazipartei);
-speise, die vgl. -gericht;
-spieler, der vgl. -mannschaft;
-sprache, die Sprachwiss. Sprachform mit überlandschaftlicher Geltung, die sich im Prozeß der Entstehung der Nation herausbildet;
-staat, der
   1. Staat, der im wesentlichen eine Nation umfaßt: die Nationalstaaten Europas; der sozialistische deutsche N. (die DDR)
   2. Staat, der im Prozeß der nationalen, bes. der antikolonialen Befreiungsbewegung entstanden ist und um nationale Selbständigkeit und Unabhängigkeit kämpft: die vom Kolonialismus befreiten jungen Nationalstaaten;
-stolz, der vgl. -bewußtsein, -gefühl;
-tanz, der vgl. -gericht: der N. der Italiener ist die Tarantella;
-theater, das Theater, das durch Pflege und Entwicklung des nationalen Dramas und der nationalen Schauspielkunst die Theaterkultur der Nation repräsentiert;
-tracht, die vgl. -gericht: Ungarinnen in N.; eine alte, schöne, reichgestickte N.;
-versammlung, die
   1. oberste Volksvertretung, parlamentarische Körperschaft in manchen Staaten
   2. hist. aus gewählten Vertretern bestehendes, zur Verfassungsgesetzgebung einberufenes außerordentliches Organ: die Frankfurter, Weimarer N.


Farbe, die; -, -n
   1. durch Lichtstrahlen bestimmter Wellenlänge hervorgerufene Erscheinung vor dem Auge
   a) die rote, grüne, gelbe, weiße F.; eine helle, lichte, grelle, düstere, dunkle, matte F.; bunte, warme, kalte, weiche, harte, zarte, satte, lebhafte, frische, kräftige, leuchtende, schreiende, gedeckte, gedämpfte, stumpfe Farben; die Farben des Regenbogens, Sonnenspektrums; die F. des Pullovers steht ihr gut; die Farben der Möbel, Gardinen und Tapeten sind aufeinander abgestimmt, passen gut zusammen, umg. beißen sich (passen nicht zueinander)⌉; die Farben des Kleides sind verblaßt, verschossen; welche F. hat dein neuer Mantel?; der Stoff gefällt mir gut in F. und Muster; Schihosen, Anoraks in modischen Farben; die Gladiolen leuchten in den herrlichsten Farben; der Edelstein glitzert, schillert, spielt in allen Farben; Gesichtsfarbe: eine gesunde, frische, krankhafte, blasse F. haben; bei dieser Nachricht, plötzlich, vor Zorn wechselte er die F. (bekam er eine andere Gesichtsfarbe); seine Bestürzung war so groß, daß die F. aus seinen Zügen wich, sein Gesicht alle F. verlor (er blaß, bleich wurde); nur langsam bekam er nach der Krankheit wieder (etwas, eine bessere) F.; Und das ist Glen, die hatte immer so trübselige Farben (Kleidung in trübseligen Farben) an Gaiser Schlußball 31; diese F. (Kleidung in dieser Farbe) steht ihr gut
   b) Buntheit im Ggs. zu weiß, schwarz: das Buch enthält zahlreiche Abbildungen, zum Teil in F.; Aber die Sonne duldet kein Weißes: / ... Alles will sie mit Farben beleben Goethe Faust I 913
   c) /als Symbol
   α) für eine Nation; Sg. ungebräuchl./ die Farben des Landes, der Republik; die französischen Farben; das Flugzeug trug die amerikanischen Farben; er wird für die deutschen Farben starten, hat den Sieg für die deutschen Farben errungen
   β) für eine Partei/ die F. (Partei) wechseln; Die Bayernpartei, von den Journalisten aller Farben ... als Lieferantin kräftiger Pointen geschätzt Tageszeitung BRD 1956
   γ) für eine Verbindung, Vereinigung, Mannschaft; Sg. ungebräuchl./ die Farben der studentischen Verbindung, des Tanzkreises, der Handballmannschaft sind grün-weiß, blau-rot
   δ) für einen Begriff/ die F. der Hoffnung ist Grün; Rot ist die F. der Liebe
   d) /übertr./ als durch einen Zufall eine ganz neue Farbe (etwas ganz Neues) in sein Dasein kam Hesse 1,639; Ausdruckskraft: daß landschaftliche Sprachformen bis in die Schriftsprache vordringen und ihr Farbe geben Sprachdienst 1964; seine Theaterberichte hatten keine F.; Leben, Lebendigkeit: In dürren Zeitungsnotizen spuken die Namen solcher Gefährten, die im Buch vielleicht ein wenig Saft und Farbe bekamen Seghers 1,94 (Gefährten); erst in der zweiten Halbzeit kam F. in das Spiel; Mus. Klangfarbe: der Komponist brachte die Variationen in verschiedenen Farben
   2. färbendes Mittel: blaue, weiße, dunkelgrüne, hellbraune F.; eine echte, unechte, natürliche, künstliche, flüssige, pulverförmige F.; dicke, verdünnte, wässerige, in Terpentin lösliche, lichtbeständige, kochechte, gesundheitsschädliche, giftige Farben; die Farben der Decke sind beim Waschen ausgegangen, ausgelaufen; die F. hat bereits gebunden, deckt (gut), blättert, bröckelt, platzt von den Wänden (ab); Farben mischen, einrühren, mit Wasser anrühren; die Farben des Gemäldes auffrischen; der Stoff hat die F. gut, nicht angenommen; eine F. (dick, dünn) auftragen; Leim ist ein Bindemittel für Farben; es riecht nach F.; /bildl./ etw., d. Zukunft, Reise ins Ausland in den rosigsten, schillerndsten, verlockendsten Farben (besonders günstig) darstellen, schildern, in den dunkelsten, düstersten, schwärzesten Farben (besonders ungünstig) ausmalen; veralt. F. halten treu, beständig sein: Und hat sich keinen Freund damit, nicht einen / Erkauft, der in der Not ihm Farbe hielt! Schiller Wallenst. Tod IV 2
   3. /Bezeichnung für jede der vier parallelen Reihen der Spielkarten/ welche F. ist Trumpf?; eine F. ausspielen, anspielen; F. zugeben, bedienen; /übertr./ umg. F. bekennen (seine wahre Meinung offenbaren)
zu 1 a /in Verbindung mit Teilen des menschlichen Körpers, z. B./ Augen-, Gesichts-, Haar-, Hautfarbe; /ferner in/ Anlauf-, Fehl-, Haupt-, Holz-, Kontrast-, Lieblings-, Mode-, Normal-, Regenbogen-, Spektral-, Stubenfarbe zu 1 c α Bundes-, Landes-, Nationalfarben zu 1 d Klangfarbe zu 2 /in Verbindung mit Tätigkeiten, z. B./ Deck-, Druck-, Grundier-, Leucht-, Stempel-, Tarn-, Tuschfarbe; /in Verbindung mit Bindemitteln, z. B./ Lack-, Leim-, Öl-, Temperafarbe; /in Verbindung mit Metallen und Materialien, z. B./ Blei-, Eisen(oxyd)-, Emaille-, Kalk-, Leder-, Metall-, Stoff-, Teerfarbe; /ferner in/ Anilin-, Aquarell-, Drucker-, Grund-, Künstler-, Mineral-, Lasur-, Pastell-, Plakat-, Schutz-, Speise-, Spezial-, Wasserfarbe zu 1 a u. 2 /in Verbindung mit Farbbezeichnungen, z. B./ Azur-, Champagner-, Elfenbein-, Ocker-, Zitronenfarbe; /ferner in/ Bronze-, Komplementär-, Misch-, Naturfarbe

Zitationshilfe
„Nationalfarben“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Nationalfarben>, abgerufen am 24.01.2018.

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