Prodụkt, das; -(e)s, -e 〈lat.
   1. materielles Ergebnis menschlicher Arbeit, das der Befriedigung menschlicher Bedürfnisse dient, Erzeugnis: ein industrielles, landwirtschaftliches P.; ein tierisches, pflanzliches, chemisches, literarisches P.; die Produkte der Landwirtschaft, Industrie; ein P. von hoher Qualität; jmdm. ein P., Produkte liefern, verkaufen; Polit. Ök. das P. für die Gesellschaft (das durch die Arbeit der Werktätigen geschaffene Mehrprodukt für die soz. Gesellschaft); das P. für sich (der Teil des Produkts, der auf die in der Produktion stehenden Werktätigen leistungsgerecht verteilt wird); /bildl./ abwertend dieses Buch ist ein recht zweifelhaftes P.; spött. wie heißt denn dein neues P. (Werk)?⌉; /übertr./ ein P. derPhantasie; er ist das P. seiner Umwelt; diese Arbeit ist ein P. (Ergebnis) großen Fleißes; diese Fehler waren das P. (Folge) seiner Unsicherheit
   2. Math. Ergebnis der Multiplikation: zehn ist das P. aus fünf mal zwei
zu 1 /in Verbindung mit einzelnen Wirtschaftszweigen, z. B./ Agrar-, Industrie-, Molkereiprodukt; /ferner in/ Abbau-, Abfall-, Arbeits-, Ausgangs-, Ausscheidungs-, Boden-, End-, Fertig-, Fleisch-, Förderungs-, Gärungs-, Geistes-, Gesamt-, Haupt-, Kolonial-, Kreuzungs-, Kultur-, Kunst-, Landes-, Mehr-, Milch-, Natur-, Neben-, Netto(sozial)-, Phantasie-, Roh-, Sozial-, Spitzen-, Teer-, Veredelungs-, Verlegenheits-, Zerfalls-, Zersetzungs-, Zufalls-, Zwischenprodukt

Natụr-, natụr-:
-anlage, die Veranlagung: Sie war immer fidel, aus glücklicher Naturanlage Fontane I 5,102 (Stechlin);
-belassen /Adj./ Neupräg. im natürlichen Zustand belassen: eine n. Landschaft; n. Nahrungsmittel, Reis, Vollöle;
-beobachtung, die;
-beschreibung, die;
-blond /Adj./ von Natur aus blond: n. Haare;
-bühne, die Freilichtbühne;
-bursche, der umg. froher, kräftiger junger Mann, der keinen großen Wert auf Etikette legt: Ein Naturbursche, unangefochten von Zweifeln an seiner eigenen Person, draufgängerisch, gesund Rinser Mitte 257;
-denkmal, das einzelnes, vor Vernichtung oder Beschädigung unter Schutz gestelltes Gebilde in der Natur: eine alte Eiche, e. Felsen, Quelle, Findling zum N. erklären;
-dünger, der vgl. -faser;
-ereignis, das nicht vom Menschen ausgelöstes Ereignis in der Natur: das seltene N. der Sonnenfinsternis;
-erscheinung, die vgl. -ereignis: Während auf der einen Seite die Fülle der beobachteten Naturerscheinungen auf allen Gebieten sich immer reicher und bunter entfaltet Planck Sinn 17;
-farbe, die
   1. natürliche, unveränderte Farbe: rindslederne Handschuhe von Naturfarbe Brecht Dreigroschenroman 194; daß ihre Bärte Schwarz als Naturfarbe aufwiesen Zuchardt Spießrutenlauf 16
   2. pflanzlicher oder tierischer zum Färben benutzter Farbstoff: echte Teppiche wurden mit N. gefärbt;
-farben /Adj./ in der natürlichen Farbe belassen, ungefärbt: n. Seide, Leinen, Wolle; in breiten, blankgewichsten Stiefeln, deren Schäfte naturfarben waren Th. Mann 7,54 (Königl. Hoheit);
-farbstoff, der vgl. -farbe 2;
-faser, die natürliche, nicht chemisch hergestellte Faser: Kunst- und Naturfasern mischen; da die Naturfasern infolge der wachsenden Bedürfnisse nicht mehr ausreichten Wissensch. u. Fortschr. 1956;
-forscher, der jmd., der (als wissenschaftlicher Laie) Pflanzen, Tiere, Mineralien erforscht: und erst als man dem immer wachen Naturforscher ein seltenes Mineral ... von den Dornburger Chausseen her zutrug Goes Gabe 63; Neupräg. DDR: die Jungen N. /Arbeitsgemeinschaft der Jungen Pioniere/; veraltend Naturwissenschaftler: Mit Rücksicht auf diesen Umstand neigen manche Naturforscher und Philosophen zu der Auffassung, daß ... Planck Weltbild 9;
-freund, der jmd., der die Natur liebt: Gewöhnlich gibt es auf jeder Schule einen Lehrer, der ein Original, ein Sammler, vielleicht ein leidenschaftlicher Naturfreund ist Raabe I 1,74 (Sperlingsgasse); Auf dem Rücken hat er einen kleinen Rucksack, wie ihn Naturfreunde für Wanderungen benutzen M. Walser Eiche 1;
-frevel, der Frevel an, in der Natur;
-gas, das Erdgas;
-gefühl, das Gefühl der Verbundenheit mit der Natur;
-gegeben /Adj./ von Natur aus gegeben: etw. (nicht) als n. ansehen, betrachten;
-gemäß /Adj./
   1. der Natur gemäß, angemessen: n. leben; eine n. Lebensweise; Wenn es wahr ist, daß die Natur verschwendet, so hat nichts so naturgemäß sich entwickelt wie das gelehrte Arbeiten Mommsen Reden 45
   2. dem Wesen einer Sache entspringend, folgerichtig: Die Regierung stehe verständnislos der sozialdemokratischen Bewegung gegenüber, die doch nur die naturgemäße Frucht der bestehenden wirtschaftlichen Mißstände sei Bebel Aus meinem Leben 530; Da zweihundert Mieter ihn miternähren, / Ist Herr Meyer von jeder Arbeit befreit / Und hat naturgemäß sehr viel Zeit Weinert Zwischensp. 782; umg. natürlich, selbstverständlich: da ich die Straßenbahn verpaßte, kam ich n. zu spät;
-genuß, der: Ein echtes Naturverstehen, ein echter Naturgenuß sind nur möglich, wenn wir der Natur als Gestalt entgegentreten, in der Gestalt moderner Menschen, die wir sind Becher Macht d. Poesie 235;
-geschehen, das vgl. -ereignis: der Mensch greift immer mehr in das N. ein; daß man ein nur in Grenzen gültiges Prinzip mit Gewalt verallgemeinert zu einem angeblich uneingeschränkt gültigen Prinzip alles Naturgeschehens Wissensch. u. Fortschr. 1954;
-geschichte, die veraltend Unterrichtsfach, das Biologie, Heimatkunde zum Gegenstand hatte: wo er am Predigerseminar die Stelle eines Lehrers für Naturgeschichte und Sprachen angenommen hatte I. Seidel Labyrinth 78;
-gesetz, das objektiver gesetzmäßiger Zusammenhang, wesentliches Verhältnis zwischen Erscheinungen der Natur: Dann wäre es kaum anders denkbar, als daß die Naturgesetze besonders einfach und natürlich sich nur dann formulieren ließen Einstein Relativitätstheorie 8; wie dieses Leben ... sich immer wieder über seinem Gegensatz schließt wie Wasser über einem Stein, mit überwältigender Hartnäckigkeit, daß man an ein Naturgesetz zu glauben beginnt Hermlin Gemeinsamkeit 80;
-getreu /Adj./: eine n. Darstellung, Wiedergabe; n. Farben; etw. n. zeichnen;
-gewalt, die: er glaubte den Todesschrei der Tiere zu hören, welche die erbarmungslosen Naturgewalten wie im Taumel dort vorüberrissen Storm 5,143; der Kampf gegen die Naturgewalten; den Naturgewalten unterliegen; die Naturgewalten besiegen; Er hat den Krieg seit über drei Jahren ununterbrochen ausgehalten, aber unter der fälschenden Kategorie der Naturgewalt, gleichsam als moralisches Erdbeben A. Zweig Einsetzung 340;
-katastrophe, die durch Naturgewalten hervorgerufene Katastrophe: das Gebiet ist von einer schweren N. betroffen worden; die Opfer einer N.; Für alles, was auf dieser Erde geschieht, abgesehen von Naturkatastrophen, ist der Mensch verantwortlich Diggelm. Hinterlassenschaft 93;
-kautschuk, der vgl. -faser;
-kind, das veraltend unverbildeter Mensch: Instetten ist ein vorzüglicher Kerl, aber er hat so was von einem Kunstfex, und Effi ... ist ein Naturkind Fontane I 4,160 (Briest);
-kork, der vgl. -faser;
-kraft, die: der Mensch macht sich die N. des Wassers dienstbar;
-kunde, die vgl. -geschichte;
-kundlich /Adj./ Biologie, Heimatkunde betreffend: eine n. Abhandlung; an einer n. Wanderung teilnehmen;
-landschaft, die vom Menschen unberührte Landschaft, Ggs. Kulturlandschaft: Die ursprünglichen Naturlandschaften sind seit vielen Jahrhunderten durch Siedlung und Wirtschaft ... weitgehend verändert worden Urania 1966;
-lehrpfad, der Neupräg. Wanderweg mit Schildern, die auf bemerkenswerte Gebilde in der Natur belehrend hinweisen: einen N. anlegen;
-liebhaber, der vgl. -freund;
-mensch, der umg.
   1. urwüchsiger, unverbildeter Mensch: Solche urkräftige Naturmenschen sind heutzutage sehr selten G. Hauptm. Weber III
   2. vgl. -freund: Wir Naturmenschen fürchteten uns vor solchem Zauber nicht, ja, er gehörte mit zu unserem romantischen Programm Hartung Wunderkinder 42;
-nah(e) /Adj./ vgl. -verbunden;
-nähe, die; vgl. -verbundenheit;
-notwendig /Adj./ von Natur aus notwendig: sobald die Bewegung sich als naturnotwendig und deshalb als unüberwindlich herausstellt Bebel Aus meinem Leben 87;
-notwendigkeit, die; /entsprechend der Bedeutung von -notwendig/;
-park, der Teil einer Landschaft, der Reservat für bestimmte Pflanzen und Tiere und wegen seiner Naturschönheiten Erholungsgebiet für viele Menschen ist, Naturschutzpark;
-produkt, das Produkt der Natur, bes. landwirtschaftliches Erzeugnis: Dem Scheibenhonig können Sie vertrauen ... Das ist reines Naturprodukt Th. Mann 1,122 (Buddenbr.);
-reichtum, der: die Nutzung, Erschließung der Naturreichtümer durch den Menschen;
-rein /Adj./ ohne fremden Zusatz: n. Wein;
-reis, der unpolierter Reis;
-schauspiel, das sehenswertes (seltenes) Naturereignis: das N. des Alpenglühens; ein eigenartiges N. beobachten;
-schilderung, die: die Naturschilderungen in einem Roman;
-schönheit, die; die reizvollen Naturschönheiten eines Landes, Gebietes; diese zierlich üppigen, in Naturschönheit eingebetteten Refugien Th. Mann 7,42 (Königl. Hoheit);
-schutz, der staatlich festgelegte und überwachte Maßnahmen zur Erhaltung von Eigenart und Schönheit der heimatlichen Natur: diese Pflanze steht unter N.; ein Tier unter N. stellen;
-schutzgebiet, das Gebiet, das unter Naturschutz steht;
-schutzpark, der Naturpark;
-schwärmer, der vgl. -freund;
-schwärmerei, die;
-seide, die vgl. -faser;
-spiel, das auffallende Bildung oder reizvolles Geschehen in der Natur: [Aber obgleich er] der einzige am Tisch war, der so recht wußte, was das sei, ein Feldspat-Zwillingskristall, so zeigten sich doch alle entzückt über des Erzählers Begegnung mit dem Naturspiel Th. Mann 7,739 (Lotte);
-stein, der vgl. -faser: Mauern aus N.; ein zweigeschossiges Holzhaus auf einem Sockel von Natursteinen Noll Holt 1,102;
-theater, das vgl. -bühne;
-treue, die naturgetreue Wiedergabe: Bei der Wiedergabe der Atmosphäre ... ist höchste Naturtreue erstrebt Tucholsky Ganz anders 130;
-trüb /Adj./ fachspr. von Natur aus trüb: n. Apfelsaft, Most;
-verbunden /Adj./ sich mit der Natur verbunden fühlend: ein n. Mensch;
-verbundenheit, die; /entsprechend der Bedeutung von -verbunden/;
-volk, das /Bez. für ein in Urgemeinschaft lebendes Volk/;
-vorgang, der vgl. -ereignis: Naturvorgänge erkennen und beherrschen;
-wein, der Wein ohne fremde Zusätze;
-widrig /Adj./ unnatürlich, gegen die Natur verstoßend: Erscheinungen, die nur aus der Zeit und seiner naturwidrigen Erziehung erklärbar sind Renn Kindheit 229;
-wissenschaften, die /Pl.; Sg. ungebräuchl./ Wissenschaften von der anorganischen und organischen Natur einschließlich der Bezogenheit des Menschen zur Natur: Chemie, Physik und Biologie gehören zu den N.;
-wissenschaftler, der Forscher, Lehrer auf naturwissenschaftlichem Gebiet;
-wissenschaftlich /Adj.; entsprechend der Bedeutung von -wissenschaften/: die n. Forschung; eine n. Disziplin;
-wüchsig /Adj./ geh. urwüchsig: Imme, in dem sich der naturwüchsige Mecklenburger regte Fontane I 5,170 (Stechlin);
-wunder, das merkwürdige, scheinbar unerklärliche Naturerscheinung: Der Naturliebhaber wird ein um so besserer Freund der Natur sein, je mehr er auch die Naturwunder wissenschaftlich zu ergründen vermag Becher Macht d. Poesie 235; salopp jmdn. wie ein N. anstaunen


Zitationshilfe
„Naturprodukt“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Naturprodukt>, abgerufen am 15.12.2017.

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