Tag, der; -(e)s, -e
   1. Zeitraum von 24 Stunden, von Mitternacht bis Mitternacht, Zeitraum einer vollen Drehung der Erde um ihre Achse: der morgige, neue, kommende, vergangene T.; ein halber, voller T.; ein froher, festlicher, denkwürdiger, historischer, unvergeßlicher, bewegter, unruhiger, anstrengender, schwerer, verhängnisvoller, verlorener T.; die sieben Tage der Woche; der T. der Abreise, Entscheidung; der letzte T. des Jahres (Silvester); bibl. der Jüngste T. (Tag des Gerichts beim Weltuntergang); Neupräg. der Tag X (noch unbestimmter Tag, an dem etw. Entscheidendes geschehen wird, an dem eine seit langem geplante militärische, politische Aktion beginnen soll); der T. der offenen Tür; Neupräg. DDR der T. der Bereitschaft(Tag, an dem die Vorbereitungen für den reibungslosen Ablauf der beginnenden Arbeit überprüft werden); /als Ehren-, Gedenktag/ der T. der Befreiung /8. Mai/, der T. des Bergmanns /1. Sonntag im Juli/, der Tag des Eisenbahners /2. Sonntag im Juni/, der Internationale T. des Kindes /1. Juni/, der T. der Republik /7. Oktober/⌉; d. Mitte, Rest des Tages; im Laufe des Tages; die Forderung (das Gebot) des Tages; er ist der Held des Tages (steht im Mittelpunkt des Interesses); umg. zur Feier des Tages (aus diesem festlichen Anlaß) war alles schön geschmückt⌉; Und wie viele Male des Tags (im Laufe des Tages) er ... gerufen wurde G. Hauptm. 4,87 (Ketzer); dieser Tage: er wird dieser Tage (demnächst) nach Breisen; dieser Tage (unlängst) habe ich gehört, daß ...; umg. eines schönen Tages (irgendwann einmal)⌉; alle, mitteldt. aller⌉ acht Tage (jede Woche); einen T. früher, später; drei Tage lang; am T. darauf, vorher; am folgenden, nächsten T.; nach, seit, vor wenigen Tagen; heute in acht Tagen, über acht Tage (in einer Woche); den T. über (tagsüber); bis zum heutigen T. (bis heute); der T. hat 24 Stunden; die Tage vergehen schnell; der T. wird kommen, an dem wir uns wiedersehen; die Woche hat sieben Tage; welchen T. (welches Datum) haben wir heute?; einen freien (arbeitsfreien) T. haben; sich /Dat./ ein paar Tage frei (Urlaub) nehmen; sich /Dat./ den T. gut einteilen; jmdm. einen T. Aufschub gewähren; der Briefmuß, kann jeden T. (sehr bald) kommen; salopp übertrieben er wartete ewig und drei Tage (unerträglich lange)⌉; den ganzen T. arbeiten; einen T. festlich begehen; er verbrachte 14 Tage an der See; diesen T. werde ich nie vergessen; umg. er weiß nicht, was er den lieben langen T. (den ganzen Tag über) anfangen soll⌉; es ist schon spät am T.; die Arznei ist zweimal am T. (zweimal täglich) zu nehmen; die beiden Veranstaltungen fallen auf den gleichen T.; heute ist es auf den T. (genau) ein Jahr her, daß ...; er nahm für drei Tage Verpflegung mit; mit jedem T. erholte er sich mehr; er hat sich um zwei Tage verspätet; sie kamen einen T. um den anderen (jeden zweiten Tag); er wurde von einem T. auf den anderenvertröstet; /häufig in Wortpaaren/ T. für T. (täglich); von T. zu T. (von einem Tag zum anderen); T. und Stunde genau angeben; nach, seit, vor Jahr und T. (nach, seit, vor langer Zeit); heute war ein T. wie alle Tage; umg. Sie sehen aus wie zehn Tage Regenwetter (Sie sehen griesgrämig, trübsinnig aus)⌉; ein schwarzer T. (Unglückstag); einen guten, schlechten T. haben; einen guten T. (gut) leben; sich /Dat./ einen T. im Kalender rot anstreichen; umg. sich /Dat./ einen guten T. machen (sich etw. leisten, gönnen); den T. totschlagen (nutzlos verbringen); /bildl./ salopp dem lieben Gott den T. abstehlen (faulenzen); das trifft ein, wenn Ostern und Pfingsten auf einen T. fallen (trifft nieein)⌉; das ist nur für den T. geschrieben (das hat keinen bleibenden Wert); Niemals kann jemand zur Persönlichkeit heranwachsen, der in den Tag hineinlebt (der gedankenlos, ohne sich um etw. zu kümmern, dahinlebt) Gesundheit 1969; /sprichw./ morgen ist auch noch ein T. (was heute nicht getan wird, kann morgen getan werden); Rom ist auch nicht an einem T. erbaut worden (alles braucht seine Zeit)
   2. Zeitraum von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, Ggs. Nacht: ein heller, sonniger, klarer, grauer, bewölkter, nebliger, trüber, kalter, windiger, regnerischer T.; die längsten Tage des Jahres; am hellichten T.; in den heißen Tagen des Sommers; d. Hetze, Unruhe des Tages; bei Anbruch des Tages; der Dieb scheut das Licht des Tages (will im Verborgenen bleiben); der T. beginnt, graut, geht zu Ende; wir wollen schaffen, solange es noch T. ist; die Tage nehmen ab, zu; guten T.!, umg. T.⌉! /Gruß/; guten T. sagen, (einen) guten T. wünschen; am T. (bei Tageslicht) sieht der Stoff ganz anders aus; wir kamen noch bei T. an; bis in den Tag hinein (sehr lange) schlafen; noch vor T. (vorm Morgengrauen)aufstehen; /in Wortpaaren/ geh. sie gingen vor Tau und T. weg⌉; T. und Nacht keine Ruhe finden; das ist ein Unterschied wie T. und Nacht (ein sehr großer Unterschied); geh. sie ist schön wie der junge T. (sehr schön); /bildl./ der T. erwacht; salopp Na nu wird's Tag (da staune ich aber)! G. Hermann Kubinke 73⌉; etw. kommt an den T. etw. wird offenbar: die Wahrheit kam an den T.; etw. an den T. bringen, legen etw. sichtbar werden lassen, zeigen: die Untersuchung brachte seine Schuld an den T.; die Sonne bringt es an den T. (klärt es auf); die Nacht zum T. machen (nachts arbeiten); /sprichw./ es ist noch nicht aller Tage Abend (es kann noch viel geschehen); man soll den T. nichtvor dem Abend loben (man muß erst das Ende abwarten); veralt. Tages tags, tagsüber: Tages Arbeit, abends Gäste Goethe Schatzgräber
   3. /Sg. ungebräuchl.; bezeichnet eine unbestimmte Zeitspanne/ (die) Tage des Glücks, der Trauer; die glücklichen Tage der Jugend; eine Erinnerung aus fernen Tagen (aus der Vergangenheit); seine Tage sein Leben: seine Tage leben, umg. hinbringen⌉; seine Tage beschließen, vollenden (sterben); auf seine alten Tage (im Alter) mußte er noch viel durchmachen; für künftige Tage (für seine Zukunft) sorgen; jmdm. in guten und bösen Tagen (im Glück und im Unglück) die Treue halten; um ganz sorgenlos ... bis in die hohen Tage (bis ins hohe Alter) zu leben Federer Berge 225; von den Römern erzählt man noch bis in unsere Tage (bis zur Gegenwart); er treibt noch Sport wie inseinen jungen Tagen (in seiner Jugend)
   4. Bergm. über, unter Tag(e) über, unter der Erdoberfläche: über Tage arbeiten; ein Flöz unter Tage abbauen; der Verunglückte wurde über T. (nach oben) gebracht
   5. veralt. Versammlung, Tagung: bei jenem Sturme / ... der auf dem Regenspurger Tag / Sich gegen dich zusammenzog Schiller Wallenst. Tod I 7
zu 1 /in Verbindung mit Monatsnamen und Jahreszeiten, z. B./ April-, Frühlingstag; /in Verbindung mit Zeitbegriffen, z. B./ Achtstunden-, Jahres-, Wochentag; /in Verbindung mit Feier-, Festtagen, z. B./ Hochzeits-, Neujahrstag; /in Verbindung mit Namen von Heiligen, z. B./ Johannis-, Nikolaustag; /in Verbindung mit Tätigkeiten, mit Substantiven auf -ung, die eine Tätigkeit bezeichnen, z. B./ Eröffnungs-, Gedenk-, Gründungs-, Liefer-, Schalt-, Schließ-, Sprech-, Sterbe-, Wander-, Wasch-, Werk-, Zahltag; /ferner in/ Abfahrts-, Ablaß-, Abreise-, All-, Ankunfts-, Anreise-, Arbeits-, Aufnahme-, Begräbnis-, Besuchs-, Buß-, Christ-, Ehren-, Eingangs-, Empfangs-, Fälligkeits-, Feier-, Ferial-, Ferien-, Fleisch-, Frauen-, Freuden-, Frost-, Geburts-, Gerichts-, Glücks-, Großkampf-, Halb-, Hausarbeits-, Haushalts-, Kalender-, Kampf-, Karenz-, Kirch-, Lohn-, Los-, Markt-, Namens-, Nationalfeier-, Nebel-, Obst-, Rast-, Regen-, Reis-, Reise-, Reste-, Ruhe-, Ruhmes-, Saft-, Schul-, Sonnen-, Stich-, Studien-, Todes-, Trauer-, Tropen-, Unglücks-, Unterrichts-, Urlaubs-, Verfalls-, Vor-, Wahl-, Weltfriedenstag; drei-, ein-, fünf-, ganz-, halb-, mehr-, mit-, neun-, sechstägig zu 3 Hunds-, Jugend-, Kinder-, Kindheits-, Mädchentage; betagt; heutzutage zu 4 zutage zu 5 Bezirks-, Bundes-, Familien-, Juristen-, Kirchen-, Kreis-, Land-, Partei-, Reichs-, Städte-, Vereinstag

Nikola(u)s-:
-tag, der mit landschaftlich verschiedenen Volksbräuchen verbundener Tag, an dem angeblich der Nikolaus erscheint und die Kinder beschenkt /6. Dezember/: die Kinder freuen sich auf den N., stellen am N. den Stiefel ins Fenster, vor die Tür


Zitationshilfe
„Nikolaustag“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Nikolaustag>, abgerufen am 16.12.2018.

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