Passiv, das; -s, -e [..we] /Pl. ungebräuchl./
lat.Gramm. mit Hilfe einer Verbform ausgedrückte täterabgewandte Sehweise eines Geschehens, bei der der Träger der Handlung, sofern er genannt wird, nicht als Subjekt, sondern als weglaßbares präp. Objekt erscheint, Leideform: ein Verb ins P. setzen; das Verb kann kein P. bilden; er wurde (von seinem Freund) gerufen und hier wird gearbeitet sind zwei Sätze im P.;

pạssiv, passi̱v /Adj./
lat.Ggs. aktiv
a) nicht rührig, nicht zielstrebig, ohne etw. zu unternehmen (gegen etw., jmdn.): eine p. Natur; ein p. Erdulden von Ungerechtigkeit; sich p. verhalten; p. Widerstand, Resistenz gewaltlose Form des (politischen) Widerstandes, die darin besteht, sich der Mitwirkung an den von einem meist übermächtigen Gegner gestellten Aufgaben zu entziehen: er legte sich seinen Plan zurecht, der darin bestand, den Feind … durch passiven Widerstand hinzuhalten, zu zermürben I. Kurz Vanadis 52; die p. Resistenz während der faschistischen Okkupation;
b) das p. Wahlrecht (das Recht, gewählt zu werden)
c) Jur. p. Bestechung (das Annehmen von Geschenken oder Vorteilen bei der Ausübung einer staatlichen oder wirtschaftsleitenden Funktion)
d) Wirtsch. eine p. Handelsbilanz (Übergewicht der Einfuhr über die Ausfuhr)
e) Gramm. die p. Formen des Verbs (die Formen des Passivs)
f) Sprachwiss. der p. Wortschatz (Wortschatz, den ein Mensch kennt, aber nicht aktiv gebraucht)

Weitere Informationen zum Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG) …