Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 4. Band, 1974

Puppe, die

Puppe, die; -, -n
1. Nachbildung der Figur eines Menschen
a) /Verkl.: Püppchen, Püppi/ meist eines Kindes, die als Spielzeug für ein Kind, bes. ein Mädchen, dient: das Mädchen spielt mit der P., spielt viel mit Puppen; die P. an- und ausziehen, kämmen, schlafen legen; für die P. Kleider nähen; eine hübsche, große, abwaschbare, ausgestopfte P.; eine P. mit echtem, langem Haar, mit Schlafaugen; eine P. aus Zelluloid, Weichplaste; diese P. kann Mama sagen; /bildl. für eine Frau/ er hatte eine launische Puppe aus der Frau gemacht Feuchtw. Goya 21; ein verzogenes Püppchen; vertraul. du bist mein liebes, kleines Püppchen; abwertend sie ist nur ein Püppchen (hübsch aussehend und zurechtgemacht, aber ohne innere Werte) salopp ansprechendes, hübsches Mädchen: Neulohe war die Heimat einer süßen Puppe, namens Sophie Fallada Wolf 1,10; sie ist eine tolle, großartige, nette P.; berl. eine dufte P.!; sich /Dat./ eine P. anlachen (mit einem Mädchen anbändeln) na, P., wie geht's?
b) Figur des Puppen- und Kasperletheaters, bes. Marionette: die Puppen mit Hilfe der Finger tanzen, sich bewegen lassen; die Puppen hängen an Drahtseilen /übertr./ abwertend unselbständiger, vom Willen anderer abhängiger Mensch, meist in verantwortlicher Stellung: der König war nur eine P., es regierte in Wahrheit der erste Minister; Und euer Führer und seine Propheten / Sind Puppen an Drähten Weinert Rufe 187
c) Nachbildung der menschlichen Figur oder des Rumpfes zum Ausstellen oder Anprobieren von Kleidung: die Puppen im Schaufenster neu anziehen; die halbfertige Kostümjacke hängt auf der P., wird an der P. abgesteckt;
2. Zool. in einem Ruhestadium befindliches Kerbtier in einer Hülle, in der es sich von der Larve zum geschlechtsreifen Insekt entwickelt, wobei die Organe eine tiefgreifende Umwandlung erfahren: Puppen von Ameisen und Bienen; die Raupe wird zur P.; der Schmetterling sprengt seine P.; mich spannt etwas von innen, als müßte ich aus meiner Haut herausschlüpfen wie der Schmetterling aus seiner Puppe St. Zweig Novellen 1,146
3. landsch. Hocke: Puppen auf-, umstellen; Getreide, die Garben auf dem Feld in Puppen setzen; d. Getreide steht in Puppen;
4. salopp bis in die Puppen (übermäßig) lange: bis in die Puppen schlafen, feiern, bleiben; Ich habe doch wahrhaftig noch nie daran gedacht, daß die Unteroffiziere nicht bis in die Puppen über ein so dürftiges Thema unterrichten können Renn Adel 196

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Zitationshilfe
„Puppe“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Puppe>, abgerufen am 18.02.2020.

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