Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 5. Band, 1976

Sünde, die

Sünde, die; -, -n
Rel. Verstoß gegen ein göttliches Gebot: der Glaube an die Vergebung der Sünden; Es war ihr, als habe das Paradies sich ihr aufgetan, eh' die Sünde (der Abfall des Menschen von Gott durch Verstoß gegen sein Gebot) in die Welt gekommen war Weismantel Riemenschneider 150; /heute meist in allgemeinsprachlicher Verwendung ohne direkten religiösen Bezug/ Verstoß gegen bestehende (moralische) Verhaltensnormen, Verfehlung: umg., oft scherzh. eine leichte, schwere S.; eine S. begehen, beichten; seine Sünden bekennen, bereuen; es ist eine S., Brot wegzuwerfen; die Sünden (Fehler, Versäumnisse) der Verkehrsplanung diese Riesensätze sind eine S. wider den guten Stil (Verstoß gegen die Regeln für guten Stil) Vorurteile sind Trägheit, weiter nichts, Trägheit ist Sünde gegen das Leben (Versäumnis gegenüber den Forderungen des menschlichen Zusammenlebens) Doderer Strudlhofstiege 14; es ist eine wahre, himmelschreiende S. (Unterlassung, Versäumnis), daß du dein Talent so brachliegen läßt dir für deine abenteuerlichen Pläne auch noch Geld zu geben, das wäre eine S. (Dummheit, Torheit) er flieht, meidet den Alkohol wie die S. (wie etw. Verwerfliches) salopp er war faul wie die S. (sehr faul) sie war schön wie die S. (sehr schön)

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Zitationshilfe
„Sünde“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Sünde>, abgerufen am 29.11.2020.

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