Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 4. Band, 1974

Sack, der

Sack, der; -(e)s, Säcke/ -
/vgl. Säckel /
1. Behälter
a) /Verkl.: Säckchen, Säcklein/ größerer, länglicher Behälter aus grobem Stoff, Papier oder Kunststoff, der zum Aufbewahren oder Transportieren von festen, meist körnigen oder stückförmigen Stoffen dient: ein großer, kleiner, schwerer, leichter, fester, alter, zerrissener, geflickter, leerer, zugebundener S.; der S. ist aufgeplatzt, hat ein Loch; fünf Säcke (mit, voll) Mehl, Zucker, Kartoffeln, Gemüse; ein S. aus blaugrauem Leinen; ein Säckchen mit Murmeln, Holzperlen; einen S. flicken, ausbessern, zubinden, ausschütten, leeren, wiegen, heben, tragen; etw. in einen S. stecken, stopfen, schütten; Briketts in Säcke abfüllen; die Frauen sortierten die eingegangenen Briefe in Säcke; ein mit Säcken beladener Leiterwagen; umg. dieses Kleid ist ein S. (sitzt schlecht) er fiel wie ein S. hin, um; salopp er schläft wie ein S. (schläft sehr tief, unbeweglich) er ist voll wie ein S. (stark betrunken) /bildl./ umg. ein S. voll sehr viel(e): er hat einen S. (voll) Illusionen, Hoffnungen, Wünsche, Fragen, Vorschläge, Neuigkeiten, Anekdoten, Arbeit mitgebracht; davon hat er einen (ganzen) S. voll; mit S. und Pack mit aller Habe: sie zogen, fuhren mit S. und Pack fort; er zog mit S. und Pack in das Zimmer ein; /übertr./ die Katze aus dem S. lassen (seine wahre Meinung zeigen) er hat die Katze im S. gekauft (er hat etw. gekauft, angenommen, ohne es vorher genau betrachtet, geprüft zu haben) salopp etw., jmdn. im S. haben einer Sache, jmds. sicher sein, jmdn. beherrschen: er hat seine Frau im S.; Wenn wir gar nichts mehr vorbringen, haben wir das Urteil im Sack Brecht Kaukas. Kreidekreis 6; geh. in S. und Asche gehen (Buße tun, trauern) salopp in den S. hauen (sich davonmachen, verschwinden; die Arbeit aufgeben, kündigen) jmdn. in den S. stecken (jmdn. betrügen; jmdm. überlegen sein)
b) /Pl.Sack; Maßeinheit, bes. für Schüttgut/ er brachte drei S. Getreide, Zucker, Mehl, Kartoffeln, Briketts
c) süddt. österr. schweiz. Hosentasche, Geldbeutel: er steckte den Schlüssel in seinen S.; Geld im S. haben; tief in den S. langen;
2. sackförmige Erweiterung der Haut unterhalb des Auges am Ausgang des Tränennasengangs, Tränensack: der alte Mann hat dicke, schwere Säcke unter seinen Augen; Sein Gesicht ist grau, und unter seinen Augen hängen Säcke Remarque Schwarzer Obelisk 230
3. vulg. Schimpfw. /meist in Verbindung mit bestimmten Adj./ Mann, Mensch: Wenn ihr Farbe habt, ihr Säcke, könnt ihr die Ringe an die Rohre pinseln Noll Holt 1,222; du fauler, blöder, dummer S.!; er ist ein lahmer, müder, trauriger, schlapper, armer S.!; ihr nassen Säcke!; Der [Wilhelm II.] läßt sich von seinen alten Säcken im Reichstag einwickeln Hartung Wunderkinder 36
4. vulg. Hodensack

Im WDG stöbern

a b c d e f g h i j
k l m n o p q r s t
u v w x y z - ' & µ
Scharbockskraut
Zitationshilfe
„Sack“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Sack>, abgerufen am 21.09.2020.

Weitere Informationen zum Zitieren …


Weitere Informationen zum WDG – Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache