Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 4. Band, 1974

Saft, der

Saft, der; -(e)s, Säfte
Flüssigkeit
a) die einen Bestandteil der Pflanzen bildet: im Frühjahr steigen die Säfte in den Bäumen, tritt der S. in die Bäume; der Baum hatte noch zu viel S., um geschlagen zu werden; den S. (der Birken) abzapfen /bildl./ ein Mensch voll gesunder, drängender Säfte; er hat kranke, schlechte Säfte (im Körper); Allmählich erholten sie sich, ihre abgezehrten Leiber gewannen neuen Saft Feuchtw. Jüd. Krieg 76; umg. seine Rede, das Bühnenstück war ohne S. und Kraft (kraftlos, schwächlich) Blut ist ein ganz besondrer Saft Goethe Faust I 1740
b) die aus reifen Früchten, Gemüsen oder Kräutern gewonnen wird: der S. von Pflaumen, Mohrrüben, Rhabarber, Thymian; einen S. aus Beeren, Quitten, Tomaten, Löwenzahn bereiten; den S. einer Zitrone auspressen; Erdbeeren einzuckern und stehen lassen, bis sie S. gezogen haben; den S. einkochen, eindicken, mit Wasser verdünnen; Pudding mit S.; eine Flasche, ein Glas (voll) S.;
c) die beim Braten aus dem Fleisch austritt und zu Soßen verwendet wird: Fleisch im eigenen S. (ohne Verwendung von Wasser und mit wenig Fett) braten, schmoren /übertr./ salopp jmdn. im eigenen S. schmorenlassen (jmdn. in Ungewißheit lassen, jmdm. vorerst nicht in der selbstverschuldeten schlechten Situation beistehen) im eigenen S. schmoren (sich selbst überlassen sein, über die eigene Lage nachdenken)
d) salopp elektrischer Strom: auf der Leitung ist (kein) S.;

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Scharbockskraut
Zitationshilfe
„Saft“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Saft>, abgerufen am 30.09.2020.

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