Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 4. Band, 1974

Sand, der

Sand, der; -(e)s, -e, auch Sände
1. /ohne Pl./ lockere und feinkörnige, meist vorwiegend aus Quarz bestehende Substanz des Erdbodens: gelber, weißer, grober, nasser, trockener, lehmiger S.; der feine S. des Meeres, Ufers, der Düne, Wüste; eine Handvoll S.; die Wege waren mit S. bestreut; die Kinder spielen, backen Kuchen mit S.; die Jungen bewarfen sich gegenseitig mit S.; etw. mit S. (Scheuersand) scheuern, reinigen hist. er … streute aus einer Büchse blauen Sand auf die Schrift Th. Mann 9,470 (Tod in Venedig) ; etw. ist vorhanden wie S. am Meer etw. ist in sehr großer Menge vorhanden: er hat Geld wie S. am Meer; es gibt in diesen Tagen Spielklubs wie Sand am Meer Fallada Wolf 1,43; /bildl./ Kinderspr. der Sandmann hat dir wohl S. in die Augen gestreut? /wird gesagt, wenn ein müdes Kind sich die Augen reibt/ ; jmdm. S. in die Augen streuen (jmdm. etw. Falsches vorspiegeln, jmdn. täuschen) Sandboden: der Bach verläuft sich im S.; mühsam mahlten schwere Wagen … durch den Sand Schomburgk Afrika 29; An der Geschichte vom Vogel Strauß, der aus Furcht den Kopf in den Sand steckt, soll kein wahres Wort sein Fallada Wolf 1, 338; /bildl./ den Kopf in den S. stecken (vor den Tatsachen die Augen verschließen) die Sache, Angelegenheit ist im S. verlaufen (es ist nichts daraus geworden) die Ermittlungen verliefen im S.; er hat auf S. gebaut (hat sich auf unsichere Dinge verlassen) seinen Gegner auf den S. setzen (kampfunfähig und wehrlos machen) So wenn der Präsident … von Liebknecht gehörig auf den Sand gesetzt wurde Bebel Aus meinem Leben 443
2. /nur im Pl./ Sande Sandarten: alluviale Sande; eine aus Sanden und Kiesen bestehende glaziale Hügellandschaft; diese Verfahren werden bei Schotter, Sanden, Tonen und Mergel angewandt; die Braunkohlenlagerstätten sind von stark wasserhaltigen Kiesen und Sanden eingeschlossen
3. /Pl.Sande, auch Sände/ Sandbank: das Schiff ist auf S. geraten; Zwanzig Schritte weiter zerbrach das Wasser mit eifrigem Plätschern auf einem Sand Luserke Erzwungener Bruder 16; Wo die Schiffahrtswege der Welt sich den Küsten zufädeln und Barren, Riffe und Sände das schmaler werdende Fahrwasser gefährlich machen Leip Bergung 8; /bildl./ auf den S. geraten (nicht weiterkönnen)

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Zitationshilfe
„Sand“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Sand>, abgerufen am 28.09.2020.

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