Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 4. Band, 1974

Sanktion, die

Sanktio̱n, die; -, -en
lat.
1. geh. Bestätigung, Anerkennung: jmds. S. erbitten; der Architekt hatte dem Plan seine S. gegeben; Die Beulen der Steinwürfe thronten an seiner Stirn … als wie die brennenden Gottesmale einer himmlischen Sanktion G. Hauptm. 1,307 (Quint) ; Jur. Erteilung von Gesetzeskraft, Billigung: man hat dem Gesetz (die) S. erteilt;
2. Jur. Teil eines Gesetzes oder eines Vertrages, der Strafandrohung oder sonstige Rechtsfolgen bei Verletzungen enthält: das Zivilrecht schützt durch Sanktionen das persönliche Eigentum der Bürger;
3. /Sg. ungebräuchl./ Jur. Maßnahme
a) durch die ein bestimmtes Verhalten erzwungen werden soll, Strafandrohung: zur Überwindung der sogenannten kleinen Kriminalität sind nicht immer strafrechtliche Sanktionen nötig; falsch wäre es, etwa mit wirtschaftlichen Sanktionen zu versuchen, etwas zur Aufrechterhaltung einer Ehe zu tun Neue Justiz 1963
b) durch die die Einstellung des völkerrechtswidrigen Verhaltens eines Staates oder einer Staatengruppe erzwungen werden soll: gegen einen Staat Sanktionen fordern, verhängen;
c) die in rechtlich fixierten möglichen Verhaltensweisen der Vertragspartner zur Stimulierung der Vertragserfüllung besteht: Die Bank hat die Betriebe … durch Anwendung von Sanktionen zur Beseitigung der Vertragsverletzung zu veranlassen Gesetzblatt DDR 1957

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Zitationshilfe
„Sanktion“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Sanktion>, abgerufen am 19.09.2020.

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