Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 4. Band, 1974

Sau, die

Sau, die; -, Säue/ auch -en
1. weibliches Schwein, Mutterschwein: die S. ferkelt, hat sechs Ferkel geworfen; eine tragende, trächtige S.; Uns ist ganz kannibalisch wohl, / Als wie fünfhundert Säuen! Goethe Faust I 2293; salopp derb er schrie wie eine angestochene S. (schrie sehr) er lief davon wie eine gesengte S. (lief sehr schnell) /bildl./ umg. Perlen vor die Säue werfen (jmdm. etw. geben, was er nicht zu schätzen weiß) salopp derb jmdn. zur S. machen (jmdn. sehr grob zurechtweisen; jmdn. sehr schlagen) ; etw. zur S. machen (etw. zerstören)
2. salopp Mann, Mensch
a) derb /mit bestimmten Adj./ eine dumme, blöde, faule, feige, freche, elende, gemeine S.; unsauberer oder unanständiger, moralisch minderwertiger Mensch, Schwein: die S. hat sich eine ganze Woche nicht gewaschen;
b) Schimpfw. so eine S.!; du S.!; du bist eine alte S.!
c) derb keine S. niemand: das nützt keiner S., interessiert keine S.; da kennt sich keine S. aus;
3. salopp derb etw. ist unter aller S. etw. ist sehr schlecht: das Wetter war am Sonntag unter aller S.; seine gesangliche Leistung war heute unter aller S.
4. /Pl.nur -en/ Jägerspr. Wildschwein, Schwarzwild: sie veranstalteten eine Jagd auf Sauen; er hat drei Sauen geschossen; die von den Sauen und Hirschen angerichteten Flurschäden; eine grobe (starke) S.

Im WDG stöbern

a b c d e f g h i j
k l m n o p q r s t
u v w x y z - ' & µ
Scharbockskraut
Zitationshilfe
„Sau“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Sau>, abgerufen am 29.09.2020.

Weitere Informationen zum Zitieren …


Weitere Informationen zum WDG – Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache