Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 4. Band, 1974

Schacht, der

Schacht, der; -(e)s, Schächte
1. senkrecht in das Erdinnere führende tiefe Öffnung
a) Bergm. Grubenbau, der von der Erdoberfläche aus meist senkrecht, selten schräg in die Tiefe zu der Lagerstätte führt und durch den der gesamte Verkehr zwischen über und unter Tage läuft: ein tiefer, senkrechter, blinder, stillgelegter, ersoffener S.; der ausziehende, einziehende S.; einen S. (ab)teufen, (bis auf 800 Meter) niederbringen, ausmauern; einen S. in Holz, Mauerung, Beton ausbauen; die Bergleute fahren in den S. (ein);
b) Bauw.
α) die die Verbindung zwischen einem in der Erde liegenden Bauwerk und der Erdoberfläche darstellt: durch den S. in den Kanal einsteigen;
β) zur Aufnahme und Ansammlung von Wasser
2. hoher, enger, allseitig umschlossener Raum: Sein Fenster sah auf einen Hof, einen tiefen Schacht, zehn Meter im Geviert Fussenegger Antlitz 39; der dunkle Schacht des Hinterhofs Fallada Wolf 1,5; In der Mitte des Schachtes steckte der Lift Aichinger Hoffnung 182; Als sie den Grund zur Weizenmiete gelegt hatte, begann sie in der Mitte einen Schacht zu lassen Seeger Habicht 18
3. Flugw. der S. (tiefe Öffnung für den Abwurf von Bomben) eines Bombenflugzeuges den S. eines Bombenflugzeuges öffnen;
4. Hüttenw. senkrechter, meist zylindrischer Teil bestimmter metallurgischer Öfen

Im WDG stöbern

a b c d e f g h i j
k l m n o p q r s t
u v w x y z - ' & µ
Scharbockskraut
Zitationshilfe
„Schacht“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Schacht>, abgerufen am 29.09.2020.

Weitere Informationen zum Zitieren …


Weitere Informationen zum WDG – Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache