Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 4. Band, 1974

Schaf, das

Schaf, das; -(e)s, -e
/vgl. Schäfchen /
1. /Verkl.: Schäfchen/ mittelgroßes, genügsames Horntier, das wegen seiner Wolle, seines Fleisches und auch wegen seiner Milch und seines Felles als Haustier gehalten wird und in steppenhaften Hügel- und Gebirgslandschaften auch wild lebt: ein S. halten; die Schafe weiden (lassen), austreiben, hüten, füttern, tränken, scheren; Schafe züchten; ein S. schlachten; das S. hat gelammt; das S. blökt, umg. mäht⌝; eine Herde Schafe; ein geschorenes S.; umg. abwertend wie eine Herde Schafe laufen; sanft, geduldig, furchtsam wie ein S. sein
2. /Verkl.: Schäfchen/ umg. /als Sinnbild der Dummheit/ vertraul. Dumm(er)chen: so ein kleines S.!; du Schäfchen!; abwertend Dummkopf: er ist ein dummes, großes S.; /als Sinnbild allzu großer Geduld, Sanftmut (und Einfalt)/ sie ist ein geduldiges, gutmütiges S.; Weiß der Teufel, was sie von dem harmlosen Schaf, dem Bertin, für eine Vorstellung haben A. Zweig Erziehung 24
3. umg. das schwarze S. in einer Gemeinschaft jmd., dem wegen seiner von der herrschenden Norm abweichenden Lebensweise oder Anschauungen die übrigen Mitglieder einer Gemeinschaft negativ gegenüberstehen: er ist das schwarze S. der, in der Familie; Er war das einzige schwarze Schaf unter den Kollegen Winterstein Leben 1,233; Ich war [in der Schule] das schwarze Schaf. Das Kommunistenkind Kleineidam Von Riesen 4

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