Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 4. Band, 1974

Schall, der

Schall, der; -(e)s, -e/ Schälle
mit dem Ohr wahrnehmbare akustische Schwingungen: ein lauter, heller, dumpfer S.; einen S. hören, wahrnehmen, erzeugen, dämpfen
a) Phys. die Lehre vom S. (Akustik) der S. pflanzt sich in der Luft, im Wasser, in festen Körpern mit einer Wellenbewegung fort; der S. breitet sich aus, wird durch eine Wand zurückgeworfen; die Geschwindigkeit, Intensität des Schalles messen; die Geschwindigkeit des Schalls beträgt in der Luft etwa 330 Meter in der Sekunde;
b) (lautes) nachhallendes Geräusch: der S. der Schritte in einem menschenleeren Tunnel, eines Schusses, des Donners; etw. fällt mit lautem S. zu Boden; Die Nacht ist reich / An Schällen und an seltsam fremden Klängen Hebbel Gyges III; Alle Worte und Schälle schlugen hohl an ihr Ohr wie in einem Raum mit dicken Polsterwänden Werfel Musa Dagh 654; /übertr./ es gibt gute und schlechte Schauspieler, alles andere ist Schall und Rauch (ist nichtsbedeutend, nichtssagend) Winterstein Leben 1,94; /sprichw./ Name ist Schall und Rauch Goethe Faust 3457; (lauter) nachhallender Klang: der S. der Glocken, der großen Uhr, Trompete; den S. einer Stimme, eines Rufes vernehmen; der S. des Liedes war weithin zu hören; Da sind von ihrem [der Nachtigall] süßen Schall … / Die Rosen aufgesprungen Storm 8,197

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Zitationshilfe
„Schall“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Schall>, abgerufen am 30.09.2020.

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