Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 4. Band, 1974

Schande, die

Schande, die; -, /ohne Pl./
1. Zustand des Verachtetseins, Bloßgestelltseins, in den man durch (eigenes) schuldhaftes Tun geraten ist: das, es ist eine (große) S.!; Morgen … bist du zum Untersuchungsrichter zur Vernehmung vorgeladen. Die Mutter darf nichts erfahren, sie würde die Schande nicht überleben Becher 4,254 (Abschied) ; /sprichw./ der Horcher an der Wand hört seine eigne Schand'; etw. macht, bringt jmdm., seinem Namen große S.; jmd. macht seiner Familie, den Eltern S., tut ihnen S. an; oft scherzh. mach mir keine S. (blamier mich nicht)! jmdn. mit Schimpf und S. davonjagen; umg. scherzh. zu meiner S. muß ich gestehen, sei es gesagt (es ist mir peinlich, es zuzugeben), daß ich mich nicht gut benommen, daß ich es völlig vergessen habe geh. etw. gereicht jmdm. zur S.; Schmach und S. über dich! /Verwünschung/; geh. veraltend in S. geraten (entehrt werden) Wenn sich in Berlin ein Mädchen in der Spree ersäuft, das ein reicher, vornehmer Herr bei Hofe in Schande gebracht hat Klabund Bracke 52; seine Familie, sich mit (Schmach und) S. bedecken; S. über jmdn. bringen; jmdn. vor S. bewahren;
2. umg. etw. ist eine S. etw. ist empörend, unerhört: die harten Urteile in diesem Prozeß waren eine S.; dieses Räubervolk … eine wahre Schande für unser Dorf, hat ihn [den Ring] gestohlen Turek Wende 156; es ist eine (wahre, einzige) S., wie du dich benimmst, aufführst, herumläufst, daß du dich so gehen läßt; das ist doch keine S. (ist doch nicht so schlimm), wenn man sich mal betrinkt

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Zitationshilfe
„Schande“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Schande>, abgerufen am 19.09.2020.

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