Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 4. Band, 1974

Schauder, der

Schauder, der; -s, -
1. heftige Empfindung, bes. des Grauens, Abscheus, der Angst, Ehrfurcht, die jmdn. frösteln läßt: durch sein Innerstes geht ein S.; (ein) S. befällt, ergreift jmdn. bei einem gräßlichen Anblick; S. erfüllt jmdn., geh. malt sich in jmds. Gesicht⌝; jmdn. überkommt ein S. der Ehrfurcht, Ergriffenheit; vor S. aufschreien, erstarren; Sie triumphierte, daß er, wiewohl bis zum Schauder abgestoßen, nicht von ihr loskam Feuchtw. Goya 323; jmd. fühlt einen inneren, leisen, unerklärlichen, süßen S.; er konnte sich eines leichten Schauders nicht erwehren; mit tiefem S. erzählte sie von dem grauenhaften Unglück; sonderbare S. erfaßten ihn, stiegen in ihm auf;
2. das Zittern, Frösteln, das durch Kälte oder durch eine heftige Empfindung, bes. durch Grauen, Abscheu, Angst, Ehrfurcht, hervorgerufen wird: ein S. überläuft, geh. überrieselt⌝ jmdn.; die Kälte treibt jmdm. (eis)kalte S. über die Haut, durch die Glieder; War ihm nicht ein Schauder über den Rücken gelaufen, weil in der zuversichtlichen, knappen Stimme eine Drohung gelegen hatte? Seghers Mann 97

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Zitationshilfe
„Schauder“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Schauder>, abgerufen am 23.10.2020.

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