Schlange, die; -, -n
1. in zahlreichen Arten vorkommendes, oft giftiges, langgestrecktes, beinloses, wechselwarmes Kriechtier mit einem sehr beweglichen Kopf und einer langen, dünnen, gespaltenen Zunge: (un)giftige, harmlose Schlangen; eine glänzende, züngelnde, sich ringelnde S.; eine S. schlängelt sich, windet sich durch das Gras; eine S. kroch aus dem Wasser; eine S. hat ihn gebissen; sich winden, krümmen wie eine S. (sich sehr winden, krümmen) sie ist falsch, listig, klug wie eine S. (sehr falsch, listig, klug) bibl. seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben; /sprichw./ eine S. an seinem Busen nähren (jmdm. Gutes erweisen, der sich später undankbar und als hinterhältiger Gegner zeigt)
2. abwertend heimtückische, hinterhältige Frau: sie ist eine listige S.; so eine gemeine, heimtückische, hinterlistige S.!; Schlange, du lügst. Dich fesselt was anders hier Schiller Kabale III 4
3. /übertr.; etw., das einer Schlange äußerlich ähnlich ist/
a) umg. (lange) Reihe dicht hintereinander stehender, wartender Menschen: an der Kasse stand, bildete sich eine lange, endlose S.; eine S. von (wartenden) Menschen; die S. vor dem Geschäft, Fahrkartenschalter wuchs, wurde immer länger, rückte vor; in einer S. (an)stehen; sich in eine S. einreihen; /meist in der Wendung/ S. stehen in einer langen Reihe dicht hintereinander stehender Menschen warten: die Leute standen nach Eintrittskarten S.;
b) umg. Reihe dicht hintereinander fahrender oder wartender Fahrzeuge, meist Autos: eine lange S. von Fahrzeugen;
c) Techn. schlangenförmig gekrümmtes Rohr in Heiz- und Kühlanlagen
d) hist. Mil. vom 15. bis 17. Jahrhundert verwendetes Geschütz mit kleinem Kaliber, aber sehr langem Rohr für Eisenkugeln
e) schlangenförmiger, spiralförmig gewundener Papierstreifen, Papierschlange

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