Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 5. Band, 1976

Schlauch, der

Schlauch, der; -(e)s, Schläuche
1. meist aus Gummi oder Plaste hergestellte, (langgestreckte) elastische Röhre, durch die Flüssigkeiten oder Gase geleitet werden: ein langer, dicker S.; ein S. aus Gummi; die Schläuche der Feuerwehr; den S. an die Wasser-, Gasleitung anschließen; den S. ab-, auf-, ausrollen; Wasser durch einen S. zuführen; den Garten, Rasen mit dem S. sprengen; Med. einen S. (Sonde) in den Magen, Darm einführen umg. der Patient mußte vor der Untersuchung den S. schlucken
2. kreisförmiges, röhrenartiges durch ein Ventil geschlossenes Gebilde aus Gummi, das im Innern des Reifens die Luft enthält: der S. eines Reifens; die Schläuche des Fahrrads, Autos; während der Fahrt platzte der S. des rechten Vorderreifens; der S. ist porös, hat ein Loch; einen S. flicken, kleben, aufpumpen;
3. (im Orient üblicher) sackförmiger Behälter aus elastischem Material, der zur Aufbewahrung von Flüssigkeiten dient: ein S. voll Wein, Wasser; Man füllt nicht neuen Wein in alte Schläuche G. Hauptm. 1,403 (Quint) ; /übertr./ salopp abwertend Säufer: Was denkt sich nur der alte Schlauch, / Ich Sekt? – ich trinke nie! Nicolai Die lustigen Weiber I 1
4. /übertr.; Dinge, die einem Schlauch äußerlich ähnlich sind/
a) umg. abwertend langer, schmaler Raum: dieses Zimmer ist ein S.; sein enges Zimmer, er würde sich verletzen in diesem schmalen Schlauch, der angefüllt war mit eckigen Möbeln M. Walser Ehen 39
b) salopp abwertend schmales, enges, gerade verlaufendes, langes Kleid

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Scharade schlauchen
Zitationshilfe
„Schlauch“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Schlauch>, abgerufen am 29.10.2020.

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