Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 5. Band, 1976

Schlund, der

Schlund, der; -(e)s, Schlünde
1. /Pl. ungebräuchl./ mit Schleimhaut ausgekleideter, unmittelbar an Mund- und Nasenhöhle anschließender, sich bis zur Mündung der Speise- und Luftröhre erstreckender Raum
a) /bei Tieren/ der weite S. eines Raubtiers; der Wolf riß den S. auf; die Alten kommen mit Nahrung im S., mit prall gefülltem S. zum Nest der Jungvögel;
b) /beim Menschen/ salopp scherzh. jmdm. ist der S. trocken; ihm brennt der S.; es kratzt ihm im S.; jmdm. ist eine Gräte im S. steckengeblieben; er stürzte, goß sich /Dat./ ein großes Glas Wein in den S.; Stockt dir der Fisch im Schlund? So spül' mit Wein nach G. Kaiser Tanaka II
c) /übertr./ salopp abwertend er hat sein Geld durch den S. gejagt (schnell vertrunken) jmdm. etw. in den S. werfen, schmeißen (jmdm. etw. überlassen, um ihn zu befriedigen; jmdm. etw. nachwerfen)
2. /übertr./ geh. tiefe, gähnende Öffnung: der schwarze S. einer Höhle, eines Kellereingangs; donnern die Schlünde der Kanonen Jahnn Niederschrift 2,91; tiefer Abgrund, tiefe Schlucht: dunkle, finstere Schlünde zwischen den Felsen; rauchende Schlünde eines Kraters, Vulkans; gähnender (verderbenbringender) Abgrund: Wer wagt es, Rittersmann oder Knapp, / Zu tauchen in diesen Schlund? Schiller Taucher; dicht. des Todes Schlund Grillp. Der Traum, ein Leben III

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Zitationshilfe
„Schlund“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Schlund>, abgerufen am 11.08.2020.

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