Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 5. Band, 1976

Schmiere, die

1Schmiere, die; -, -n /Pl. ungebräuchl./
salopp
1. Schmiermittel: S. im Kugellager; zähe Flüssigkeit in den Gelenken, die die gegenseitige Reibung der Knochen vermindert: Die Natur hat vorgesorgt und die Gelenke mit einer vortrefflichen Schmiere versehen K. v. Frisch Du u. das Leben 61; Schuhcreme: Daneben zwei Frauenhalbschuhe. Daneben ein offenes Büchschen Schmiere, ein paar Lappen Seghers 4,168 (Siebtes Kreuz)
2. feuchter, glitschiger Schmutz: was ist das für eine S. am Schuh!; der Regen … verwandelte das Zeug [rötlichen Staub] in haftende Schmiere Gaiser Schlußball 38; /übertr./ er sitzt ganz schön, ziemlich in der S. (befindet sich in einer mißlichen Lage)

WDG, 5. Band, 1976

Schmiere, die

2Schmiere, die; -, -n
salopp abwertend minderwertiges, kleines Theater; primitive Wanderbühne: er hatte als Schauspieler bei einer S. angefangen; Wenn er [der Darsteller des Striese] in seiner großen Szene mit Dr. Neumeister mit allem Künstlerstolz die Bedeutung der so mißachteten Schmiere verteidigte, blieb das Publikum ganz still Wildenhain Schauspieler 76

WDG, 5. Band, 1976

Schmiere, die

3Schmiere, die
salopp /nur in der festen Verbindung/ (für jmdn., bei etw.) S. stehen (bei einer verbotenen, ungesetzlichen Handlung Wache stehen, aufpassen)

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Zitationshilfe
„Schmiere“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Schmiere>, abgerufen am 01.10.2020.

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