Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 5. Band, 1976

Schnabel, der

Schnabel, der; -s, Schnäbel /Verkl.: Schnäbelchen/
1. meist spitz auslaufender, mit Horn überzogener Ober- und Unterkiefer, bes. des Vogels: ein langer, kurzer, spitzer, breiter, dünner, gekrümmter S.; schwarze Amseln mit gelben Schnäbeln; umg. der Vogel sperrte seinen S. weit auf⌝, wetzte den S., trug einen Wurm im S.; mit dem S. hacken, picken; der Storch klapperte mit dem S.
2. salopp Mund des Menschen: sie spricht, wie ihr der S. gewachsen ist (natürlich, ohne Scheu) mach doch endlich den S. auf (sprich doch endlich)! bei ihr steht der S. nicht eine Minute still (sie spricht unaufhörlich) damit habe ich mir den S. verbrannt (habe ich unbedacht etw. gesagt, was unangenehme Folgen haben kann) halt den S. (sei still)!
3. /ohne Verkl.; Dinge, die einem Schnabel äußerlich ähnlich sind/
a) Ausguß an einer Kanne, Tülle: Der Wein fließt … aus Gefäßen von Rubinglas mit goldenem Schnabel H. Mann 6,419 (Jugend Henri Quatre)
b) hist. spitzzulaufender Bug antiker und mittelalterlicher Schiffe: An demselben Tage … wenden die Schiffe der spanischen Flotte ihre Schnäbel Tralow Neuhoff 98

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Zitationshilfe
„Schnabel“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Schnabel>, abgerufen am 07.08.2020.

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