Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 5. Band, 1976

Schnauze, die

Schnauze, die; -, -n /Verkl.: Schnäuzchen/
1. vorspringende Maul- und Nasenpartie von manchen Tieren: eine lange, spitze S.; die S. des Wolfes, Fuchses; der Bär stopfte die Gräser und Wurzeln in die S.; der Hund hat eine kalte S.; die Katze wischte mit der Pfote über das Schnäuzchen;
2. /ohne Pl./ salopp derb Mund des Menschen: jmdn. in die S. hauen, schlagen; /bildl./ halt die S. (sei still)! er hat eine freche, kesse, koddrige S. (Redeweise) eine große S. haben (großsprecherisch sein) Oppermann hat, scheint es, die Schnauze wirklich zu voll genommen (hat geprahlt, übertrieben) Feuchtw. Oppermann 84 mit der S. vornan sein (vorlaut sein) sich /Dat./ die S. verbrennen (unbedacht etw. sagen, was unangenehme Folgen haben kann) jmdm. nach der S. reden (reden, was jmd. gern hört) die S. voll haben (einer Sache überdrüssig sein) Machst du noch einmal deine Schnauze auf (wenn du noch ein Wort sagst), knall ich dich ab wie einen Hund. E. Claudius Grüne Oliven 210; etw. frei nach S. machen (etw. ohne Plan, nach Gutdünken tun) salopp der Berliner hat Herz mit S. (hat bei äußerer Derbheit ein warmes Herz)
3. /ohne Verkl./ salopp derb /steht für die ganze Person/ das ist eine freche S.!; die können hinwiederum nicht eine junge Schnauze verstehen Welk Grambauer 8
4. /übertr./ umg. die S. (Tülle, Schnabel) einer Kanne die S. der Kaffeekanne ist abgeschlagen

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Zitationshilfe
„Schnauze“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Schnauze>, abgerufen am 18.09.2020.

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