Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 5. Band, 1976

Scholle, die

1Scholle, die; -, -n
1. großes, unförmiges, flaches Stück
a) von Erde, Erdscholle: der Pflug warf große, schwere, dunkelbraune, fette Schollen auf; der Geruch frisch umgebrochener Schollen; die abgeernteten Gemüsebeete müssen umgegraben werden und bleiben dann in großen Schollen liegen; Noch tönt in unsern Ohren das Poltern der Schollen nach, die auf seinen Sarg gefallen sind Roda Roda Cicerone 151
b) von Eis, das auf dem Wasser treibt, Eisscholle: die Schollen des Eises türmten sich am Strand übereinander, hatten sich an der Brücke gestaut; die Kinder sprangen von S. zu S.;
2. /ohne Pl./ veraltend Erdboden, Acker: [sie sprachen davon] wie Dung am besten in die Scholle gebracht würde Sternheim 4,20; (bearbeiteter) Grund und Boden, mit dem sich jmd. eng verbunden fühlt /vom deutschen Faschismus als mystifizierendes Schlagwort mißbraucht/: an der S. haften, hängen, umg. kleben ; mit der S. eng verbunden, verwachsen sein; die heimatliche, heimische S.; auf eigener S. sitzen
3. Geol. durch Verwerfungen abgegrenzter Teil der Erdkruste: Geologen hatten festgestellt, daß der Kern der Schollen des Rügener Kreidemassivs gar nicht in Saßnitz lag Tageszeitung 1967

WDG, 5. Band, 1976

Scholle, die

2Scholle, die; -, -n
in der Nordsee und im Atlantischen Ozean in Küstennähe weit verbreiteter Plattfisch mit wohlschmeckendem Fleisch: gebackene S.;

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Zitationshilfe
„Scholle“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Scholle>, abgerufen am 25.09.2020.

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