Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 5. Band, 1976

Schuld, die

Schuld, die; -, -en
1. /ohne Pl./ das Verantwortlichsein für ungesetzliches Handeln, für die Verletzung sittlicher, moralischer Gebote, Pflichten: eine persönliche, kollektive, fahrlässige, vorsätzliche, moralische, strafrechtliche S.; das ist meine S.; die S. liegt bei mir; die ganze S. fiel auf ihn; sie trifft keine S.; wenig, viel, keine S. haben; eine S. eingestehen, abstreiten, leugnen; jmds. S. beweisen; eine S. büßen; er bezahlte seine S. mit dem Leben; jmdm. die S. geben, zuschreiben; ich will ja niemand die Schuld zuschieben G. Hauptm. Friedensfest III; daran trägt er die S.; die S. auf jmdn. schieben, abwälzen; umg. jmdm. die S. in die Schuhe schieben; alle S. auf sich nehmen; die S. bei sich suchen; keiner glaubte an seine S.; die Beweise sprechen für seine S.; ohne jede S. sein; sich frei von S. fühlen, wissen; Erkenntnis, Bewußtsein, eine Verfehlung, Missetat begangen zu haben: eine untilgbare S.; große S. lastet auf ihm; das Gefühl der S. bedrückte ihn; sie sind sich keiner S. bewußt; an einer S. tragen; sich in immer neue S. verstricken; S. und Reue; S. und Sühne;
2. Verpflichtung zu einer Leistung
a) /Sg. ungebräuchl./ zur Rückerstattung von (geliehenem) Geld: alte, noch ausstehende, offene (unbezahlte), schwebende, drückende Schulden auf dem Grundstück liegt eine S. von 50000 Mark; große Schulden haben, machen; neue Schulden eingehen; beträchtliche Schulden hinterlassen; Schulden anerkennen, abzahlen, bezahlen, zurückzahlen, abdecken, abtragen, begleichen, bereinigen, tilgen, salopp abstoßen, abstottern⌝; Schulden einfordern, einkassieren, einklagen, eintreiben, einziehen, erlassen, löschen, streichen; für jmds. Schulden bürgen; in Schulden geraten; ohne Schulden sein; /bildl./ umg. seine Schulden wuchsen ihm über den Kopf (er wurde nicht mit ihnen fertig) sich in Schulden stürzen (sich blindlings verschulden) mehr Schulden als Haare auf dem Kopf haben (sehr verschuldet sein) bis über beide Ohren in Schulden stecken (sehr verschuldet sein)
b) geh. (tief) in jmds. S. sein, stehen jmdm. zu Dank verpflichtet sein: sie meinte … tief in der Schuld der jungen Frau zu stehen Ebner-Eschenb. 3,83

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„Schuld“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Schuld>, abgerufen am 25.09.2020.

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