Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 5. Band, 1976

Schwanz, der

Schwanz, der; -es, Schwänze
1. /Verkl.: Schwänzchen/ bei fast allen Wirbeltieren beweglicher Fortsatz der Wirbelsäule über den Rumpf hinaus, der ihnen oft zum Fortbewegen, Greifen oder Steuern dient: ein langer, kurzer, glatter, buschiger, haariger, gestutzter, verstümmelter S.; der S. des Pferdes, der Kuh, des Affen, Vogels, Herings, der Schlange; der Hund wedelt mit dem S., läßt den S. hängen, klemmt den S. ein, läuft mit hängendem, umg. eingekniffenem⌝ S. davon; die Schwalbe wippt mit dem S., Schwänzchen; er trat versehentlich die, der Katze auf den S.; du mußt dem Hasen Salz auf den S. streuen, dann kannst du ihn besser fangen /wird zu Kindern im Scherz gesagt/; /übertr./ das Pferd, eine Sache am, beim S., vom S. her aufzäumen (eine Sache von der verkehrten Seite in Angriff nehmen) salopp da beißt sich die Katze, Schlange in den S. (das ist ein fehlerhafter Kreislauf) den S. einziehen, einkneifen, zwischen die Beine nehmen, hängenlassen (den Widerstand aufgeben, nach-, klein beigeben) jmdn. auf den S. treten (jmdn. kränken, beleidigen) er fühlte sich auf den S. getreten (war beleidigt) salopp scherzh. er wohnt dort, wo die Hunde mit dem S. bellen (in einer ganz abgelegenen, verlassenen Gegend)
2. etw., das dem Schwanz der Tiere äußerlich ähnlich ist: der bunte S. des Drachens; umg. der S. des Kometen; Der Rumpf [des Flugzeugs] fuhr kerzengerade herunter, den Schwanz oben, über ihm eine Qualmschnur Renn Krieg 287
3. salopp kein S. niemand: kein S. war da, zu Hause; heute war wieder kein S. gekommen; danach fragt kein S.;
4. /ohne Pl./ salopp
a) lange Reihe von (wartenden) Personen: ein S. von Verehrern folgte der Künstlerin; als warte nicht hinter meinem Rücken ein Schwanz bis zur nächsten Straßenecke Seghers 5,196 (Transit)
b) räuml., auch zeitl. Ende: den S. des Umzuges bildete ein Haufen Kinder; spött. da ich doch erst fünfundvierzig Jahre alt bin, habe ich alle Aussicht, von seinen herrlichen Zeiten wenigstens so den Schwanz mitzuerwischen Welk Grambauer 301

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„Schwanz“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Schwanz>, abgerufen am 29.09.2020.

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