Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 5. Band, 1976

Sicherheit, die

Sicherheit, die; -, -en
1. /ohne Pl./ das Ungefährdetsein, das Geschütztsein vor Gefahr: die S. des Staates; die soziale S. in der sozialistischen Gesellschaftsordnung; die öffentliche S. (der ungefährdete, geordnete Ablauf des öffentlichen Lebens) die persönliche S. (das Nichtgefährdetsein von Gesundheit, Leben, gesetzlich garantierten Rechten des Individuums) die S. der Fluggäste muß gewährleistet sein; etw., jmdn., sich in S. glauben, wähnen; die Akten sind, befinden sich in S.; zuerst müssen die Frauen und Kinder in S. gebracht werden; sie hatten die Anzeichen der drohenden Katastrophe nicht beachtet und sich in (trügerischer, falscher, gefährlicher) S. gewiegt (sich für ungefährdet gehalten) in Ruhe und S. leben, arbeiten; es ging ihm vor allem um materielle, finanzielle S. für seine Familie; der Titelverteidiger turnte ganz auf S. (riskierte nichts)
2. /ohne Pl./ Zuverlässigkeit, Verläßlichkeit
a) die S. eines Schlosses, Tresors überprüfen
b) das Freisein von Irrtümern, Fehlern, die Unfehlbarkeit: die S. ihres Geschmacks, Urteils, Augenmaßes; die untrügliche, zuverlässige, unfehlbare S. des Instinkts; mit mathematischer S. die Chancen für einen großen Lottogewinn errechnen; die technische S. (der durch einwandfreies Funktionieren einer Maschine, technischen Anlage gewährleistete Schutz vor Unfällen) ; das Flugzeug ist ganz auf S. konstruiert, angelegt (durch Übung erlangte) Perfektion auf einem bestimmten Gebiet: die S. eines Autofahrers, Schützen, Klavierspielers; durch fleißiges Üben hatte er bald eine große S. erreicht; mit der S. eines Schlafwandlers, mit nacht-, schlaf-, traumwandlerischer S. steuerte er auf sein Ziel zu;
3. /ohne Pl./ Gewißheit, Bestimmtheit: das läßt sich (nicht) mit S. sagen; ich glaube, mit voller S. behaupten zu können, daß …; wir müssen mit S. annehmen, daß …; mit S. auf etw. rechnen, hoffen; mit tödlicher S. unausbleiblich: seine Halsstarrigkeit führt mit tödlicher S. zu einem Fiasko; Gegen Einwurf einer gewissen Summe und auf den Ruck am Griff hin kommt mit tödlicher Sicherheit eine Bonbontüte [aus den Kunstautomaten], solange die Ladung reicht Andres Liebesschaukel 65
4. /ohne Pl./ Selbstbewußtheit, Selbstsicherheit: die S. seines Auftretens, Benehmens; ihm fehlt noch die S.; der Erfolg hat ihm eine größere, die nötige S. gegeben;
5. Garantie des Kreditnehmers, auf die der Kreditgeber zurückgreifen kann, wenn der Kreditnehmer seinen Verpflichtungen nicht nachkommt: die S. eines Kreditnehmers, Schuldners, einer Forderung; sie konnten (ihm) keine S. bieten, geben, leisten, stellen; man kam schnell über S. und Zinsen überein; der Gläubiger verlangte, forderte Sicherheiten;

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Zitationshilfe
„Sicherheit“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Sicherheit>, abgerufen am 26.09.2020.

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