Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 5. Band, 1976

Sicht, die

Sicht, die; -, -en
1. /ohne Pl./ durch Licht-, Witterungsverhältnisse gegebene Möglichkeit, in der Ferne etw. zu sehen (und zu erkennen): eine gute, klare S.; heute haben wir schlechte, keine S.; eine S. von nur vierzig Metern; die S. bessert, verschlechtert sich; /übertr./ jmd. hat Pläne auf weite S. (Pläne, die weit in die Zukunft reichen) etw. auf lange S. planen; auf kurze S. läßt sich das nicht ändern; er fürchtet, die klare S. über das Ganze (den Überblick) zu verlieren Möglichkeit, in Richtung auf etw. zu blicken: eine dichte Hecke versperrt den Vorübergehenden die S.; ein großer dicker Mann verstellte, nahm ihr die S. in den Saal; Möglichkeit, gesehen zu werden: sie waren (durch das Gebüsch) gut gegen S. gedeckt;
2. Sichtweite: in S. liegen, bleiben; in S. kommen, sein (auftauchen, sichtbar werden) d. Dampfer, Flugzeug kam in S.; kein Mensch war in S.; Seemannsspr. Land in S.!; außer S. sein, geraten; Flugw. der Pilot flog auf S. (im Sichtflug) sie segelten in S. der Küste (an der Küste entlang) /übertr./ endlich ist das Ende der Arbeit in S.
3. Betrachtungsweise, Aspekt, Blickwinkel: in jüngster Zeit hat sich eine neue S. des Problems herausgebildet; ich möchte aus meiner S. folgendes ergänzen …; etw. aus ärztlicher S., aus der S. des Arztes beurteilen; die Darstellung der Romantik aus philosophischer S.; in historischer S., der S. des Historikers stellt sich diese Epoche anders dar;
4. Bank auf, bei S. /Vermerk auf Sichtwechseln, der diese bei Vorlage zur Bezahlung fällig macht/

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Seerecht Siele
Zitationshilfe
„Sicht“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Sicht>, abgerufen am 20.09.2020.

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