Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 5. Band, 1976

Tanz, der

Tanz, der; -es, Tänze
1. /Verkl.: Tänzchen/ rhythmische, bestimmten Regeln folgende Bewegung des menschlichen Körpers nach Musik aus Freude an der Bewegung selbst oder zum Ausdruck von Empfindungen oder Vorstellungen: ein kultischer, sakraler, historischer T.; ein alter, moderner, schneller, langsamer T.; einen T. einüben, aufführen, vorführen; er lief hin und her, drehte sich im Kreise und schlenkerte mit seinen Armen, als führe er einen T. auf; sich im Tanze drehen; der T. der Primaballerina, des Balletts, der Kulturgruppe; (zum Vergnügen oder als Sport betriebener) Gesellschaftstanz: der Tango ist ein lateinamerikanischer T.; jmdn. zu einem T. auffordern, um einen T. bitten; jmdm. einen T. abschlagen; diesen T. (bestimmte Art eines Gesellschaftstanzes) beherrsche ich nicht umg. keinen T. auslassen; ein Tänzchen wagen, salopp aufs Parkett legen (flott tanzen) die Weltmeister in den Standardtänzen haben diesen T. nur so hingelegt (mustergültig, gekonnt getanzt) die Blaskapelle spielte zum Tanze auf; /übertr./ der T. der Biene (das geregelte Hin und Her der Bewegungen, mit dem eine Biene den anderen Bienen des Stockes Richtung und Entfernung zu einem Ort anzeigt, an dem viele Blüten zu finden sind) der T. (das ungeregelte Gewimmel) der Mücken der lustige T. der Schneeflocken; der T. (das Auf und Ab) der Wellen der T. auf dem Vulkan (das leichtsinnige und ausgelassene Treiben in gefährlicher Lage) der T. ums Goldene Kalb (Geldgier)
2. Veranstaltung, bei der Gesellschaftstänze getanzt werden: der T. beginnt um acht und endet um Mitternacht; heute abend ist T.; er hat seine Freundin zum T. eingeladen, geführt; zum T. gehen;
3. Musikstück, nach dem getanzt werden kann: ist dieser T. ein Walzer oder ein Foxtrott?; die Kurkapelle spielte die Ungarischen Tänze von Liszt;
4. salopp Zank, Streit, heftige Auseinandersetzung, Auftritt: das wird wieder einen schönen T. geben; jedesmal, wenn er zu spät nach Hause kam, machte sie ihm einen fürchterlichen T.; wenn du ihn reizt, geht der T. gleich wieder von vorn los; er machte jedesmal einen großen T. (viel Aufheben) um jede Kleinigkeit

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Zitationshilfe
„Tanz“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Tanz>, abgerufen am 25.02.2021.

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