Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 5. Band, 1976

Tasche, die

Tasche, die; -, -n /Verkl.: Täschchen/
1. an einem Kleidungsstück innen oder außen angenähtes flaches Fach, in das etw. gesteckt werden kann: ein Kleid, Rock mit auf-, eingesetzten, auf-, eingenähten Taschen; die Taschen am Mantel sind ausgebeult; die Bluse hat zwei Täschchen; die Taschen zuknöpfen, zuhalten, umstülpen, umkehren; er steckte das Portemonnaie in die T. der Junge hatte sich /Dat./ beide Taschen mit Bonbons, Kastanien vollgestopft, vollgesteckt; er hatte nur noch eine Mark in der T.; ein Brief knisterte, umg. Geld klimperte⌝ in seiner T.; die T. in der Hose hatte ein Loch; er griff, umg. langte⌝ in seine T., steckte die Hand in die T. seiner Joppe; e. Taschentuch, Messer, Uhr aus der T. ziehen, holen, umg. hervorkramen⌝; nimm die Hände aus den Taschen!; umg. ich kenne diese Gegend wie meine eigene T. (kenne diese Gegend ganz genau) /bildl./ jmdm. die Taschen leeren (jmdm. sein Geld abnehmen) sich /Dat./ die (eigenen) Taschen füllen (sich bereichern) er hielt die Hand auf der T. (war geizig) er wollte seinen Eltern nicht länger auf der T. liegen (sich nicht mehr von seinen Eltern unterhalten lassen, auf Kosten seiner Eltern leben) wir mußten alle Unkosten aus der eigenen, aus eigener T. bezahlen, bestreiten, begleichen (selbst bezahlen) ; jmdm. (das) Geld aus der T. locken, ziehen (jmdn. zum Geldausgeben verleiten) ; sich /Dat./ die Groschen aus der T. ziehen lassen (sich finanziell ausnutzen lassen) ; die Fäuste in der T. ballen (seine Wut unterdrücken) ; umg. die Hände in die Taschen stecken (nichts tun, untätig zusehen) keinen Pfennig in der T. haben (kein Geld haben) er mußte tief in die T. greifen (mußte viel bezahlen) etw. in die eigene T. stecken (sich unrechtmäßig aneignen, bereichern) sie arbeiteten, wirtschafteten in die eigene T. (in betrügerischer Weise zum eigenen Vorteil) der Profit wandert in die Taschen der Unternehmer; etw. in der T. haben im sicheren Besitz von etw. sein: er hat den Vertrag, das Examen so gut wie in der T.; sie haben ihn in der T. (er muß tun, was sie wollen) salopp sie steckt ihn in die T. (sie ist ihm überlegen, übertrifft ihn) umg. er stand, saß mit leeren Taschen da (besaß kein Geld) ; ein Mann mit zugeknöpften Taschen (ein geiziger Mann)
2. meist mit Henkel versehener, aus verschiedenem flexiblem Material in unterschiedlicher Form hergestellter Behälter zum Tragen oder Aufbewahren von Gegenständen: eine lederne, große, kleine, leichte, schmale, bauchige T.; eine T. aus Kunststoff, Bast, mit Reißverschluß, zum Umhängen, Einkaufen; die T. ist offen, voll, leer, verschließbar; ich habe keine T. bei mir, habe die T. liegenlassen; umg. hast du eine T. mit?; ich will versuchen, die Sachen noch in die T. zu packen

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Zitationshilfe
„Tasche“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Tasche>, abgerufen am 18.06.2021.

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