Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 5. Band, 1976

Tür, die

Tür, die; -, -en
meist rechteckige Öffnung in einer vertikalen Fläche und der zum Verschließen dieser Öffnung bestimmte flächenförmige Bauteil, der an ihr beweglich angebracht ist, oder nur dieser Bauteil; /die Öffnung befindet sich in der Wand eines Raumes, Gebäudes, in der Einfriedung eines Grundstückes und ist zum Hindurchgehen bestimmt/ eine schmale, breite, zweiflügelige, einflügelige, weiße T.; die äußere, innere T.; die T. ist offen, geschlossen, verschlossen, angelehnt; die T. zur Küche, zum Garten; die T. (weit, einen Spalt) öffnen, umg. aufmachen⌝; jmdm. die T. öffnen, umg. aufhalten⌝; die T. aufschließen, aufstoßen, aufreißen, aufklinken, aufdrücken, aufriegeln, offenstehen lassen, offenlassen, umg. auflassen⌝; eine T. aufbrechen, aufsprengen; die T. schließen, umg. zumachen⌝, zuschließen, abschließen, verschließen, zuklinken, zuriegeln, verriegeln; die T. hinter sich /Dat./ zuziehen, zuwerfen, salopp zuknallen; umg. jmdm. die T. vor der Nase zuschlagen; T. zu, es zieht!; die T. steht weit auf, öffnet sich einen Spalt breit, umg. ging auf, geh. tat sich plötzlich einen Spalt auf⌝; bei dem Windstoß sprang die T. auf; die T. geht nach innen auf; die T. fiel zu, fiel ins Schloß; oben ging eine T.; die T. knarrt, quietscht, klemmt, hat sich verzogen; die T. führt auf den Balkon, führt in den Garten hinaus; die T. aus-, einhängen, aus den Angeln heben; ein Schrank versperrte die T.; sie trat zur Seite und gab die T. frei; mit den Türen, die Türen schlagen; mit den Fäusten gegen die T. hämmern; an die, der T. klopfen; an der T. horchen, lauschen; ich habe mich in der T. geirrt; umg. sie sitzt eine T. weiter; einen Besucher vor der T. abfertigen; es hat geklingelt, geh mal an die T. (sieh mal nach, wer da ist)! einen Gast zur T., bis an die T. begleiten; vor, an der T. stehen; wir standen vor verschlossener T. (trafen niemanden zu Hause an) an der T. lehnen; in, unter der T. stehen; zur T. hereinkommen, hineingehen, eintreten, hinausgehen; durch die T. kommen; in die T. treten; aus der T. gehen, treten; zur T. gehen; schon in der T., sagte er: …; sie drehte sich in der T. noch einmal nach ihm um; umg. den Kopf durch die T. stecken, zur T. hereinstecken (zum Zimmer hineinsehen) dieser Schrank geht nicht durch die T.; mit jmdm. T. an T. wohnen (unmittelbar neben jmdm. wohnen) jmdm. etw. zwischen T. und Angel (in aller Eile im Hinausgehen, ohne ganz hereinzukommen, weil man in Eile ist) sagen ich möchte etwas mit Ihnen besprechen, das sich schlecht zwischen Tür und Angel erledigen läßt Joho Peyrouton 145; jmdm. die T. weisen (jmdn. scharf auffordern zu gehen) umg. jmdn. zur T. hinauswerfen, jmdn. (unsanft) zur T. hinausbefördern (unwirsch aus dem Zimmer schicken) salopp zur T. rausfliegen (unwirsch aus dem Zimmer geschickt werden) in der letzten Zeit bin ich kaum vor die T. gekommen (hinausgekommen) ich habe heute keinen Fuß vor die T. gesetzt (bin heute noch nicht ausgegangen) /bildl./ damit erst wurde mir die Tür zum Verständnis meines eigenen Volkes geöffnet Uhse Tagebuch 149; die T. zu Verhandlungen jederzeit geöffnet halten; kleine Zettel für die Ämter, die Tür und Tor öffnen (Zugang verschaffen) Brecht Cäsar 111; einer negativen Sache T. und Tor öffnen einer negativen Sache widerstandslos Raum geben: das hieße dem Leichtsinn T. und Tor öffnen; Damit ist jedem Verbrechen Tür und Tor geöffnet Th. Mann 2,564 (Zauberb.) ; bei diesem Wetter jagt man keinen Hund vor die T. (es ist sehr schlechtes Wetter) /übertr./ hinter verschlossenen Türen (geheim) beraten, verhandeln, tagen wir fanden nur verschlossene Türen (fanden keine Unterstützung) Neupräg. Tag der offenen T. (Tag, an dem jeder die Möglichkeit hat, bestimmte Einrichtungen, die sonst für die Öffentlichkeit gesperrt sind, zu besichtigen) ihm stehen alle Türen offen (er wird in jeder Hinsicht gefördert) umg. offene Türen einrennen (für allbekannte Wahrheiten eintreten) jmdn. vor die T., jmdm. den Stuhl vor die T. setzen (jmdn. entlassen, jmdn. hinauswerfen, jmdm. kurzfristig kündigen) mit der T. ins Haus fallen (sein Anliegen plump, ohne Umschweife sagen) umg. abwertend er hat mir die T. eingelaufen (mich immerzu aufgesucht) jeder kehre vor seiner T. (jeder kümmere sich um seine eigenen Schwächen) Weihnachten steht vor der T. (bald ist Weihnachten) der Winter, der Januar steht vor der T.; die Wahlen stehen vor der T.; salopp du kriegst die T. nicht zu! /Ausruf der Verwunderung/ ; /die Öffnung befindet sich auch an Fahrzeugen, Schränken, Öfen, Käfigen/

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Zitationshilfe
„Tür“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Tür>, abgerufen am 01.12.2020.

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