Tracht, die; -, -en
1. Kleidung
a) die an Landschaften und Berufsgruppen gebunden und kaum der Mode unterworfen ist: die Spreewälder T.; eine T. mit reicher Stickerei; eine farbenprächtige T.; die alte T. tragen, bewahren; Sie schoben sich durch das Landvolk in seinen bunten Trachten Molo Ein Deutscher 60; Schwester Bärbel … in ihrer würdigen Tracht, mit Häubchen und kurzem Umhang A. Zweig Einsetzung 210; die geistliche T.;
b) einer bestimmten Zeit: Auch erschien der Turnvater Jahn, in Perücke und Tracht seiner Zeit Ch. Wolf Geteilter Himmel 101 Für Audienzen bei Hofe war noch die alte Tracht vorgeschrieben, die aus Spanien kam B. Frank Trenck 182
2. salopp eine T. Prügel Schläge: jmdm. eine tüchtige, gehörige, kräftige T. Prügel verabreichen; er hat seine T. Prügel bekommen, verdient;
3. Imkerei von der Honigbiene eingetragener Pollen und Nektar der Pflanzen: Ein fröhlicher, fülliger Sommer für Leute, denen es wie Ole um die Tracht der Bienen und eine Liebe ging Strittmatter Bienkopp 39
4. Landw. Stellung einer Fruchtart in der Anbaufolge (und deren Ertrag), bes. im Gemüsebau: eine Fruchtart in erster und zweiter T.;
5. veralt. Menge, Last, die jmd. trägt: eine T. Holz, Heu, Stroh, Futter; Da schrak Esau zusammen, daß er beinah die ganze Tracht hätte fallen lassen Th. Mann 3,209 (Joseph)

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