Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 5. Band, 1976

Umstand, der

Umstand, der; -(e)s, Umstände
1. für ein Geschehen bestimmende Situation, besondere Verhältnisse, bemerkenswerte, besondere Einzelheit, Tatsache: ein wichtiger, wesentlicher, entscheidender, unvorhergesehener, merkwürdiger, (un)günstiger U.; dieser U. darf nicht außer acht gelassen werden; sie hat mir alle Umstände (des Vorfalls) erzählt, hat mir nicht den kleinsten U. verschwiegen; nach den näheren, besonderen Umständen von etw. fragen; ein glücklicher U. hat ihn (bei dem Unfall) gerettet; wenn es die Umstände erlauben, gestatten, kommen wir; die Umstände brachten es mit sich, daß …; den (veränderten) Umständen Rechnung tragen; etw., sich den (gegebenen) Umständen anpassen; dem Patienten geht es den Umständen entsprechend (das Befinden des Patienten ist so gut, wie es eben in dem Zustand sein kann) Jur. mildernde Umstände die Strafzumessung herabsetzende Fakten: jmdm. vor Gericht mildernde Umstände zubilligen; der Verteidiger machte mildernde Umstände geltend; erschwerende Umstände die Strafzumessung verschärfende Fakten: für den Angeklagten kamen, traten erschwerende Umstände hinzu; d. Gunst, Ungunst äußerer Umstände; eines gewissen Umstandes, dieser, gewisser Umstände wegen, wegen eines gewissen Umstandes; wegen dieser, gewisser Umstände reiste sie plötzlich ab; gewisser Umstände halber mußten die Arbeiten unterbrochen werden; sie ist in anderen Umständen (ist schwanger) je nach den Umständen werden wir kommen oder nicht; unter diesen, gewissen, den besonderen, derzeitigen, gegenwärtigen Umständen ist das (nicht) möglich; unter anderen Umständen wäre das nicht passiert; unter Umständen /Abk.: u. U./ (vielleicht, möglicherweise) sehen wir uns schon morgen unter allen Umständen (unbedingt) das tue ich unter (gar) keinen Umständen (auf keinen Fall)
2. /meist im Pl./ allzu ausführliche, weitschweifige und daher zeitraubende Vorbereitungen, Mühe: mach (dir) meinetwegen keine (besonderen, großen) Umstände!; (nicht) viel, keine Umstände (mit etw., jmdm.) machen; sie macht mit dem Abendessen immer viel Umstände; bitte, nur keine Umstände (nur keine Zeremonien, Förmlichkeiten)! ohne (alle) Umstände (ohne Förmlichkeiten, ohne lange zu überlegen) kam er auf den Fall zu sprechen Mit ihrem Leutnant verfuhr sie ohne Umstände H. Mann 5,185

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Zitationshilfe
„Umstand“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Umstand>, abgerufen am 24.11.2020.

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