Volks-, volks-:
-aberglaube, der vgl. -glaube;
-abstimmung, die Abstimmung, bei der die Bürger unmittelbar über eine bestimmte, bes. eine grundsätzliche politische Frage entscheiden können, Plebiszit: in einer V. über den Gesetzentwurf entscheiden;
-aktie, die Neupräg. BRD Wirtsch. Aktie mit niedrigem Nennwert, die von einem kap. Unternehmen an Werktätige verkauft wird, um bei ihnen die Illusion vom Miteigentum am Kapital zu wecken;
-armee, die aus Angehörigen des werktätigen Volkes gebildete Armee: der Kampf der vietnamesischen V.; Neupräg. DDR die Nationale V. /Abk.: NVA/ (Land-, Luft- und Seestreitkräfte der DDR);
-auflauf, der zusammengelaufene Menge von Menschen: es kam zu einem, gab einen (riesigen) V.;
-aufstand, der revolutionäre Erhebung der werktätigen Massen: ein bewaffneter, gut organisierter V. gegen das reaktionäre Regime;
-ausgabe, die veraltend einfach ausgestattete, preiswerte Buchausgabe: eine ungekürzte, billige, broschierte V.;
-ballade, die volkstümliche, im werktätigen Volk überlieferte Ballade: am Ausgang des Mittelalters entstanden viele Volksballaden;
-befragung, die Abstimmung, durch die die Meinung der Bürger zu einer bestimmten, bes. einer grundsätzlichen politischen Frage erkundet werden soll: eine V. vorbereiten, durchführen, fordern; an einer V. teilnehmen;
-befreiungsarmee, die aus Angehörigen des werktätigen Volkes gebildete Armee, die für nationale und soziale Befreiung kämpft: der Widerstandskampf der griechischen V.; die vietnamesische V.;
-begehren, das Antrag eines Teils der Bürger, einer Partei, über einen Gesetzentwurf einen Volksentscheid durchzuführen;
-belustigung, die vergnügliche Veranstaltung, an der eine große Menschenmenge teilnimmt, Volksfest: d. Zirkusvorstellung, Schützenfest, Karnevalsumzug war eine richtige V.;
-bewaffnung, die Bewaffnung des werktätigen Volkes, der revolutionären Volksmassen: [der Rat der Kommune] löste das reaktionäre stehende Heer auf und führte die allgemeine Volksbewaffnung ein Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung 3,11;
-bewegung, die (organisierte) Bewegung, auf ein gemeinsames Ziel gerichtete Bestrebung des werktätigen Volkes: eine breite, gewaltige, progressive, revolutionäre, patriotische V. ins Leben rufen, geh. entfachen;
-bibliothek, die vgl. -bücherei;
-bildung, die Gesamtheit der Maßnahmen, die der wissenschaftlichen, technischen und kulturellen Bildung der Bevölkerung, bes. der Ausbildung der Jugend, dienen: er arbeitet auf dem Gebiet der V., ist in der V. tätig; Neupräg. DDR das Ministerium für V.;
-bildungsminister, der Neupräg. DDR;
-brauch, der volkstümliche, im werktätigen Volke (einer bestimmten Landschaft) überlieferte Sitte: ein alter, weitver breiteter, heute kaum noch gepflegter V.; zu Ostern bemalte Eier zu verschenken, ist ein schöner V.;
-buch, das im 15. und 16. Jahrhundert entstandene, mittelalterliche oder zeitgenössische Stoffe wiedergebende Prosaerzählung, die durch den Druck sehr große Verbreitung fand: viele höfische Ritterromane wurden in Volksbüchern nacherzählt; das V. vom Doktor Faust;
-bücherei, die allgemeine öffentliche Bibliothek, die der Bevölkerung zur Verfügung steht;
-buchhandel, der Neupräg. DDR volkseigener Sektor des Buchhandels: dieser Titel ist über den V. zu beziehen;
-buchhandlung, die Neupräg. DDR zum volkseigenen Sektor gehörende Buchhandlung;
-demokratie, die Neupräg. DDR unter den besonderen historischen Bedingungen nach dem 2. Weltkrieg entstandener soz. Staat, in dem die Herausbildung der Diktatur des Proletariats meist durch die Errichtung einer antifaschistisch-antiimperialistischen Volksmacht eingeleitet wurde: die europäischen Volksdemokratien; Touristen aus der DDR reisen in die befreundeten Volksdemokratien; die Länder der V. (mit volksdemokratischer Staatsform);
-demokratisch /Adj./ Neupräg. DDR den Machtverhältnissen, der Staatsform einer Volksdemokratie entsprechend: die v. Länder, Staaten; die v. Entwicklung Polens nach dem Kriege; die v. Grundlagen für die Arbeiter- und Bauernmacht; die Errichtung der v. Ordnung;
-dichte, die Bevölkerungsdichte;
-dichtung, die
   1. /ohne Pl./ Gesamtheit des vom werktätigen Volk getragenen und dessen Lebensgefühl zum Ausdruck bringenden dichterischen Schaffens: d. Erforschen, Sammeln alter deutscher V.; Lieder, Märchen und Sagen sind beliebte Formen der V.
   2. volkstümliches sprachliches Kunstwerk: eine echte, wahre V.; diese Ballade ist eine der schönsten Volksdichtungen des Mittelalters;
-eigen /Adj./ Neupräg. DDR dem werktätigen Volk, dem soz. Staat gehörend, auf dem Volkseigentum an den Produktionsmitteln beruhend: v. Betriebe; er arbeitet im Volkseigenen Betrieb /Abk.: VEB/ Schwermaschinenbau in W; ein v. Gut /Abk.: VEG/; der v. Handel; im v. Sektor der Wirtschaft, in der v. Wirtschaft tätig sein; dieses Werk ist v., wurde nach dem Kriege v.;
-eigentum, das Neupräg. DDR gesamtgesellschaftliches Eigentum an den Produktionsmitteln, das dem hohen Grad der Vergesellschaftung der Produktion im Soz. entspricht, staatlich-soz. Eigentum: auf dem Gebiet der DDR sind die kapitalistischen Großbetriebe in V. übergeführt worden; das V. vermehren, erweitern, vervollkommnen, schützen; gegen Schädigung, Diebstahl, Vergeudung von V. energisch einschreiten;
-einheit, die Verbundenheit, Geschlossenheit aller fortschrittlichen Schichten der Bevölkerung zur Erreichung eines bestimmten (nationalen) Ziels: die Schaffung einer V. gegen koloniale Unterdrückung, faschistische Diktatur;
-einkommen, das Nationaleinkommen;
-entscheid, der vgl. -abstimmung: einen V. fordern; einen V. über den Gesetzentwurf (durch ein Volksbegehren) beantragen; der Volksentscheid über die neue, sozialistische Verfassung der DDR Neue Justiz 1968;
-epos, das vgl. -ballade;
-erhebung, die vgl. -aufstand;
-etymologie, die Sprachwiss. Angleichung eines der Mehrzahl der Sprecher unverständlichen Wortes an ein ähnlich lautendes bekanntes Wort: 'Felleisen' ist durch V. aus dem französischen Wort 'valise' entstanden;
-etymologisch /Adj./ Sprachwiss. /entsprechend der Bedeutung von -etymologie/: eine v. Deutung, Erklärung, Umformung des Wortes;
-feindlich /Adj./ gegen die Interessen des werktätigen Volkes gerichtet: eine v. Politik; der v. imperialistische Justizapparat; der v. Charakter, die v. Maßnahmen der Monopole;
-fest, das festliche, vergnügliche Veranstaltung, an der eine große Menschenmenge teilnimmt: die Einwohner der Stadt feierten ein großes V.; das traditionelle V. findet auf dem Marktplatz statt;
-front, die Kampfbündnis aller friedliebenden und demokratischen Kräfte eines Volkes unter Führung der Arbeiterklasse gegen Faschismus und Militarismus: der Sieg der V. in Frankreich im Jahre 1936; die Schaffung einer V. gegen die faschistische Diktatur;
-gemeinschaft, die naz. /von den Nazis zur Verschleierung der Klassengegensätze geprägte Bez. für eine angeblich vorhandene einheitliche, der Naziideologie verbundene Gesamtheit der Deutschen/;
-genosse, der naz. /von den Nazis geprägte Bez. für denjenigen, der zur sogenannten Volksgemeinschaft gerechnet wurde/;
-gerichtshof, der naz. höchstes faschistisches Sondergericht zur grausamen Verfolgung von Gegnern des Naziregimes;
-gesundheit, die Gesundheit, körperliches und geistiges Wohlbefinden der gesamten Bevölkerung: die Aufgaben der Gesellschaft auf dem Gebiete der V.; ein wirksamer Beitrag zur Erhaltung der V.;
-glaube, der früher im Volke verbreiteter, auf Mangel an Kenntnissen über die Vorgänge in der Natur beruhender Glaube an übernatürliche Kräfte: Nach dem Volksglauben tut man gut daran, zwischen Weihnachten und Neujahr weder Leinen zu spannen noch Wäsche zu hängen A. Zweig Beil 357;
-gruppe, die nationale Minderheit;
-gut, das Neupräg. DDR volkseigenes Gut: er arbeitet in einem V., ist Direktor eines Volksgutes;
-held, der hervorragender Kämpfer für die Sache des werktätigen Volkes, vom Volke verehrter Held: ein wahrer V.; die Massen jubelten dem Volkshelden zu;
-herrschaft, die Staatsform, in der das werktätige Volk die Herrschaft ausübt: Volksherrschaft ist es, wenn in unseren Volksvertretungen als den obersten Organen der Staatsmacht die Werktätigen das entscheidende Wort sprechen Tageszeitung DDR 1957; /wird auch, die wahren Machtverhältnisse verschleiernd, von bürgerl. Ideologen für die bürgerl. Demokratie gebraucht/;
-hochschule, die Einrichtung der Erwachsenenbildung, in der sich Werktätige neben ihrer Berufsarbeit weiterbilden können: er besuchte, belegte Kurse der V., nimmt am Fremdsprachenunterricht in der V. teil;
-instrument, das vgl. -musik;
-kammer, die /ohne Pl./ Neupräg. DDR oberste Volksvertretung, höchstes staatliches Machtorgan der DDR: die V. beschließt, verabschiedet ein Gesetz; einen Gesetzentwurf vor der V. begründen; Wahlen zur V.; die Mitglieder, Abgeordneten, Ausschüsse, eine Tagung der V.;
-kontrolle, die Neupräg. DDR von Werktätigen der DDR ehrenamtlich ausgeübte gesellschaftliche Kontrolle der Durchführung von Beschlüssen der Partei und der Staatsorgane: der Ausbau der V. dient der Entwicklung der sozialistischen Demokratie; die Arbeiter-und-Bauern-Inspektionen sind Organe der V.;
-korrespondent, der Neupräg. DDR Werktätiger der DDR, der der Presse, dem Rundfunk regelmäßig aus seinem Tätigkeitsbereich berichtet;
-kreise, die /Pl.; Sg. ungebräuchl./ Bevölkerungskreise, werktätige Schichten: die Interessen breitester, weiter V.;
-kultur, die vom werktätigen Volk geprägte, volkstümliche Kultur: eine echte, wahrhafte, humanistische V.; die besonderen Eigenarten der V. einer Landschaft;
-kunde, die Wissenschaft, die Lebensweise und Kultur des werktätigen Volkes und deren historische Entwicklung erforscht;
-kundler, der; auf dem Gebiet der Volkskunde tätiger Wissenschaftler;
-kundlich /Adj./ die Volkskunde betreffend: v. Forschungen, Arbeiten, Veröffentlichungen;
-kunst, die künstlerisches Schaffen des werktätigen Volkes: d. Entwicklung, Förderung der V.;
-künstler, der; /entsprechend der Bedeutung von -kunst/;
-lied, das volkstümliches, im werktätigen Volk überliefertes, oft von einem unbekannten Verfasser stammendes Lied: ein heiteres, schwermütiges, russisches, thüringisches V.; der Rhythmus, die einfache Strophenform des Volksliedes; eine Sammlung von Volksliedern;
-liedersammlung, die;
-macht, die /ohne Pl./ vom werktätigen Volk unter Führung der Arbeiterklasse ausgeübte staatliche Macht: eine starke demokratische, revolutionäre V.; die V. errichten; d. Entstehung, politischen Grundlagen der V.;
-märchen, das vgl. -ballade;
-marine, die Neupräg. DDR Seestreitkräfte der DDR;
-masse, die
   1. /meist im Pl./ große Teile, Hauptmasse des werktätigen Volkes: die revolutionären, friedliebenden, arbeitenden, unterdrückten Volksmassen; der Kampf, das gemeinsame Handeln breitester Volksmassen; die geschichtliche Rolle der Volksmassen; mit den Volksmassen verbunden sein
   2. ver- altend Menschenmenge: als sich draußen vor dem Palais eine Volksmasse zu sammeln begann Fontane I 1,313 (Wuthenow);
-medizin, die teils auf überlieferten Erfahrungen, teils auf Aberglauben beruhende Methoden der Behandlung von Krankheiten: die Anwendung bestimmter Kräuter in der V.;
-menge, die große Ansammlung von Personen, Menschenmenge: eine erregte V. hatte sich vor dem Gebäude versammelt;
-mund, der /ohne Pl./ im werktätigen Volk lebendige mündliche Überlieferung, volkstümlicher Sprachgebrauch: der V. weiß über diesen Ort seltsame Geschichten, viel Sagenhaftes zu berichten; Versuch macht klug, sagte der Volksmund A. Zweig Beil 399; das Käuzchen wurde früher im V. auch Totenvogel genannt;
-musik, die /ohne Pl./ volkstümliche, im werktätigen Volk überlieferte und von ihm gespielte oder gesungene Musik, meist von nationaler oder landschaftlicher Eigenart;
-musikgruppe, die: zur Unterhaltung spielte eine bekannte V.;
-park, der der Bevölkerung als Erholungsgebiet dienender öffentlicher Park;
-poesie, die vgl. -dichtung 1;
-polizei, die /Abk.: VP/ Neupräg. DDR: die (Deutsche) V. /Polizei der DDR/; d. Aufgaben, Anordnungen, Kreisämter der V.; die Angehörigen, freiwilligen Helfer der V.;
-polizist, der Neupräg. DDR Angehöriger der Volkspolizei;
-rede, die veraltend an eine große Menschenmenge gerichtete Rede: eine V. halten; /übertr./ umg. abwertend halte keine (langen, endlosen) Volksreden (fasse dich kurz)!;
-redner, der veraltend jmd., der eine Volksrede hält;
-republik, die /Abk.: VR/ Neupräg. DDR /Bez. für volksdemokratische Staaten/: die V. Polen; eine Reise in die Rumänische V.;
-sage, die vgl. -ballade;
-sänger, der volkstümliche Lieder vortragender, beim werktätigen Volk beliebter Sänger;
-schaffen, das Neupräg. DDR vgl. -kunst: das künstlerische, bildnerische V.;
-schicht, die bestimmter Teil, bestimmte Kreise der Bevölkerung: Vertreter verschiedener Volksschichten; ein Zusammenschluß aller Volksschichten zum Kampf gegen den Faschismus; /unter bürgerl. Verhältnissen gebraucht/ die unteren, niederen Volksschichten;
-schule, die für alle schulpflichtigen Kinder verbindliche, gemeinsam zu besuchende allgemeinbildende Schule im bürgerl. Schulsystem;
-schüler, der Schüler der Volksschule;
-schullehrer, der Lehrer der Volksschule;
-sitte, die vgl. -brauch;
-solidarität, die /Abk.: VS/ Neupräg. DDR /Massenorganisation in der DDR für freiwillige solidarische Hilfe/: e. Spende, Sammlung der V.;
-souveränität, die Recht des werktätigen Volkes, die Macht innerhalb eines Staates auszuüben: echte, umfassende V.; das Prinzip der V. verwirklichen;
-sport, der Massensport;
-stamm, der veraltend Völkerschaft, Volksgruppe;
-stück, das unterhalten- des, oft humoristisches volkstümliches Theaterstück, meist von landschaftlicher Eigenart;
-tanz, der volkstümlicher, im werktätigen Volk überlieferter Tanz, meist von nationaler oder landschaftlicher Eigenart: ein mecklenburgischer, grusinischer V.; die Tradition des Volkstanzes pflegen;
-tanzgruppe, die Gruppe von Laientänzern, die Volkstänze aufführen;
-ton, der: Lieder, Gedichte im V. (in volkstümlichem Ton, in der Art eines Volksliedes);
-tracht, die traditionelle Kleidung des werktätigen Volkes, bes. der ländlichen Bevölkerung einer bestimmten Landschaft: im Festzug gingen Mädchen in malerischen Volkstrachten;
-tribun, der hist. von der römischen Volksversammlung gewählter, unverletzlicher Beamter, der das Volk vor Übergriffen der Patrizier schützen sollte, Tribun;
-überlieferung, die; im werktätigen Volk lebendige Überlieferung: Volksüberlieferungen sammeln, aufzeichnen;
-verbunden /Adj./ eng mit dem werktätigen Volk verbunden: die Entwicklung einer v. Kunst;
-verbundenheit, die; /entsprechend der Bedeutung von -verbunden/: die V. seines literarischen Schaffens;
-verdummung, die umg. abwertend bewußte Irreführung, Manipulierung des werktätigen Volkes im Interesse der imperial. Bourgeoisie: Der Faschismus hat immer versucht ... Verwirrung durch Volksverdummung zu säen Tageszeitung DDR 1956;
-verführer, der abwertend jmd., der die Volksmassen irreführt, sie veranlassen will, gegen ihre eigenen Interessen zu handeln, Demagoge: ein gefährlicher, heuchlerischer V.; der Kampf gegen die faschistischen V.;
-vermögen, das Gesamtheit der durch Arbeit geschaffenen materiellen Güter, die Teil des Reichtums einer Nation sind: [die Volksvertretungen] tragen die Verantwortung für die rationelle Nutzung aller Werte des Volksvermögens Verfassung DDR 33;
-versammlung, die
   1. Versammlung einer großen Menschenmenge: er trat auf mehreren Volksversammlungen als Redner auf
   2. /oberste Volksvertretung einiger soz. Staaten/: die V. der Volksrepublik Bulgarien;
-vertreter, der gewähltes Mitglied einer Volksvertretung, Abgeordneter;
-vertretung, die von der wahlberechtigten Bevölkerung eines soz. Landes gewähltes, aus einer größeren Zahl von Abgeordneten bestehendes Staatsorgan, das die Interessen des werktätigen Volkes vertritt: eine demokratisch gewählte V.; d. Aufgaben, Beschlüsse der örtlichen Volksvertretungen; die Volkskammer ist die oberste V. der DDR; d. Mitglieder, Abgeordneten der Volksvertretungen; /dient, auf das bürgerl. Parlament bezogen, zur Verschleierung seines Klassencharakters/;
-wahl, die /Sg. ungebräuchl./ Neupräg. DDR freie, demokratische Wahl, in der die wahlberechtigte Bevölkerung über die Zusammensetzung einer Volksvertretung ent- scheidet;
-weise, die Melodie eines Volksliedes, volkstümliche Weise: eine alte, schlichte V.;
-weisheit, die Erfahrungen des werktätigen Volkes ausdrückende, im Volke überlieferte Sentenz;
-wirt, der wissenschaftlich ausgebildeter Fachmann auf dem Gebiet der Volkswirtschaftslehre;
-wirtschaft, die Gesamtheit aller ökonomischen und wissenschaftlich-technischen Prozesse und der dazu notwendigen Einrichtungen, die zur erweiterten Reproduktion eines Landes gehören und deren sozialökonomischer Charakter durch die jeweils herrschenden Eigentumsverhältnisse bestimmt wird: die sozialistische, kapitalistische V.; der staatliche, genossenschaftliche Sektor der V.; die Planung und Leitung der V.; diese Warenlieferungen führen zu einem weiteren Aufschwung der nationalen Volkswirtschaften beider Länder; Polit. Ök. das Gesetz der planmäßigen, proportionalen Entwicklung der V.;
-wirtschaftler, der umg. Volkswirt;
-wirtschaftlich /Adj.; entsprechend der Bedeutung von -wirtschaft/: der v. Wert, Nutzen, Aufwand, die v. Notwendigkeit, Effektivität dieser Arbeiten, Forschungen; die Sicherung des v. Bedarfs, der v. Belange; diese Verluste sind v. nicht vertretbar; ein v. bedeutender Betrieb;
-wirtschaftslehre, die /bürgerl. Bez. für die wichtigste Disziplin der bürgerl. Wirtschaftswissenschaften/;
-wirtschaftsplan, der Neupräg. DDR jeweils für ein Jahr geltender Plan zur Entwicklung der Volkswirtschaft in den soz. Ländern: die Pläne der Betriebe bilden die Grundlage des Volkswirtschaftsplanes; die Erfüllung und Übererfüllung des Volkswirtschaftsplanes für das laufende Jahr; die Ausarbeitung und Kontrolle der Volkswirtschaftspläne; die Koordinierung der nationalen Volkswirtschaftspläne mehrerer sozialistischer Staaten;
-wohlstand, der Wohlstand des werktätigen Volkes, aller Bürger eines Staates: die Steigerung der Arbeitsproduktivität führt zu einem ständigen Wachstum des Volkswohlstandes;
-zählung, die statistische Erhebung zur Ermittlung der Bevölkerungszahl eines Landes; vgl. Völker-, völker-


Stück, das; -(e)s, -e /- / landsch. salopp Stücker
   1. /Pl. -e; Verkl.: Stückchen/ einzelner (willkürlich, gewaltsam abgetrennter) Teil eines Ganzen: das Hochwasser hat große Stücke vom Ufer abgerissen; sie zerriß den Brief und warf die Stücke ins Feuer; ein S. (von etw.) abbeißen; [worauf der Pudel den Zucker zerbiß] und nun Stück für Stück gemächlich auffraß Renn Kindheit 127; Alle ... schnitten mit dem Messer Stücke Fleisch [aus dem gefallenen Pferd] heraus Renn Krieg 364; ein Stückchen Pappe; ich habe ein schönes S. Fleisch, Lendenbraten, Wurst, geräucherten Schinken gekauft; umg. er hat das größte S. erwischt⌉; ein S. frisches Brot; ein (kurzes, langes) S. Bindfaden, Draht; ein S. vom Fleisch abschneiden; hast du ein S. von dem Stoffübrig?; landsch. Käse, Wurst im, am S. (nicht in Scheiben geschnitten, nicht aufgeschnitten) kaufen⌉; in Stücke: einen Brief in (kleine) Stücke (zer)reißen; Es wurden Arbeiter ... beim Sprengen in Stücke gerissen Kellerm. Tunnel 140; alles in Stücke schlagen wollen; Kartoffeln, Fleisch, Schinken in kleine Stücke schneiden; Sie werfen mit Fußtritten die Amphora um, die in Stücke geht (entzweigeht) Brecht Cäsar 127; der Teller zerbrach in tausend Stücke; /übertr./ umg. sich für jmdn. in Stücke reißen lassen (sich für jmdn. völlig aufopfern, alles für jmdn. tun)⌉; ich konnte ein S., Stückchen Himmel, ein S. des Himmels sehen; der Autor will ein S. Vergangenheit lebendig machen; sie hat ein S., Stückchen Welt gesehen; die Möbelbedeuteten ihm ein S. Heimat; ich habe leider nur ein S. von dem Vortrag gehört; in wilder Fahrt hörte Hermann Stücke (Bruchstücke) von Sätzen Seghers Ausflug 91; denn er [Thälmann] ist ein Stück von uns Turek Wende 111; /bei Mengenangabe meist Pl. Stück/ einzelner (abgetrennter) Teil eines Ganzen, der selbst ein Ganzes, eine Einheit bildet, in sich abgegrenzter, geschlossener Teil eines Ganzen: Kuchen in Stücke schneiden; ein (großes, kleines, dickes, dünnes) S. Kuchen; ein halbes S. Torte; er aß drei S., Stücke (von dem) Pflaumenkuchen; ein S. Schokolade; Die Betten der Nachbarn nahm er auseinander und trug Stück um Stück in die Höfe J. Roth Hiob 252; er konnte ganze Stücke (Abschnitte, Passagen) aus derOdyssee auswendig
   2. /Pl. -e; bei Mengenangabe meist Pl. Stück; Verkl.: Stückchen/ bestimmte Menge eines Stoffes, Materials, einer Substanz, die ein in sich begrenztes Ganzes bildet (und eine handelsübliche Form, Abmessung hat): ein S. Zucker; er nahm zwei S. (Zucker) in den Kaffee; ein S. Seife; ein S. (250 Gramm abgepackte) Butter; zwei S., Stücke Butter; das Format dieses S. (Bogen) Papiers, dieses Stückes Papier; das Rückenteil und die Ärmel sind aus, in einem S. geschnitten; ein S. (abgegrenzte Fläche) Land besitzen; ein paar junge Bäume umschlossen das Herz des Gartens, das Stückchen Rasen Seghers Ausflug 56; ein ausgefuchst freches Stück Prosa Mutterspr. 1959; umg. ein schönes S. Geld(ziemlich) viel Geld: das hat ein schönes, ordentliches, hübsches S. Geld gekostet; ein schönes S. Geld verdienen; ein großes S. Arbeit viel Arbeit, eine große Anstrengung: ein großes, schweres, ordentliches S. Arbeit lag noch vor uns; das war kein leichtes S. Arbeit; hier ist noch ein (gutes) S. Arbeit zu leisten; salopp jmdn. wie ein S. Dreck, Mist behandeln; er ist ein richtiges S. Malheur (er ist ein beklagenswerter Mensch, der immer Pech hat, dem immer ein Mißgeschick passiert)
   3. /Pl. -e/ einzelner (wertvoller) Gegenstand meist aus einer größeren Menge von gleichartigen Gegenständen, bes. Kleidungsstück, Einrichtungsgegenstand /aus dem Kontext ergibt sich meist die nähere Bestimmung des Gegenstandes/ Bei jedem neuen Stück, das für den Jungen angeschafft werden mußte, der ... erstaunlich viel Kleidung und Schuhzeug verbrauchte Bredel Väter 91; während er Stück für Stück seiner Kleidung mit der des Hauptmanns tauschte Wiechert Erzählungen 50; abscheuliche neue Möbel standen unbekümmert zwischen wundervollen alten Stücken Musil Mann 285; das Wiedereintreffen des Stückes [des Koffers] im Bäder- Hotel Th. Mann 9,496 (Tod in Venedig); der Ring war ein seltenes,sehr schönes S.; die wertvollsten Stücke der Sammlung; umg. dieser Mantel, Teppich ist mein bestes, schönstes S.; /übertr./ salopp scherzh. Vater, unser bestes S. (der uns liebste Mensch); ich war mit meinem besten S. (meinem Mann, Freund; meiner Frau, Freundin) im Kino⌉; /Pl. Stück bei einer Mengenangabe, in der Stück die Grundeinheit der Menge bezeichnet/ »wieviel Eier möchten Sie haben?« »Zwölf S.«; die Produktion von Klappfahrrädern wurde gegenüber dem Vorjahr um 50 000 S. erhöht; die Zigarren kosten 60 Pfennig das S.; Am Ende des Jahres 1873 gab es in Deutschland etwa 7 Mio Schweine. 40 Jahre danach ... zählte man mehr als 25 Mio Stück Urania 1963; umg. /von Menschen/ Kinder habe ich auch, drei Stück Werfel Bernadette 538; landsch. salopp /Pl. Stücker; nur im Pl./ Stücker acht ungefähr acht: Dabei bin ich ... ein Freund von Uhren gewesen, manchmal hatte ich Stücker zwanzig in meiner Wohnung Welk Grambauer 246; das ist schon lange her, so Stücker zehn bis fünfzehn Jahre; so Stücker zehn, zwölf sind dagewesen; »wieviel Kinder hat er?« »Stücker drei (drei
   4. /Pl. -e/
   a) Theaterstück, Drama: ein S. schreiben; ein S. von N inszenieren, einstudieren, spielen, aufführen; das S. wird in der Bearbeitung von N gegeben; ein S. vom Spielplan absetzen; umg. das S. ist durchgefallen⌉; ein erfolgreiches, bekanntes, neues, modernes S.; die Stücke von Bertolt Brecht, Max Frisch; Diese Stücke [Die Räuber und Fiesco] hatten uns beide sehr begeistert Renn Kindheit 195; Wer war eher, der Schauspieler oder der Dichter, welcher ihm Stücke schrieb? Th. Mann 11,39
   b) /Verkl.: Stückchen/ Musikstück, bes. kleinere Instrumentalkomposition: auf dem Klavier ein S. von N spielen, üben; ein S. für Klavier; Stücke für Kinder; der Postillon blies ... ein munteres Stückchen E. T. A. Hoffm. 3,422 (Serapionsbrüder)
   
5. a) /Pl. Stück/ ein S. Vieh ein einzelnes zum Vieh gezähltes Tier: In Mahnkes Stall liegen die Kühe, zehn Stück Rindvieh Bobrowski Boehlendorff 65; einige S. Vieh; ein S. Wild
   b) /Pl. -e/ fachspr. ein S. ein einzelnes Tier aus einer Menge Tiere derselben Art, Exemplar /aus dem Kontext ergibt sich die nähere Bestimmung des Tieres/ Die Tiere [Hausziegen] waren meist braun gefärbt, doch sahen wir auch schwarze ... Stücke Urania 1962; während weibliche Stücke des Blauwals eine Körpermasse von 170 t erreichen können Urania 1964
   6. /ohne Pl./ salopp derb meist abwertend Mensch: er ist ein faules, dummes S.; sie kam einfach an das Fenster, dieses freche Stück Waggerl Jahr 82; wie redet dieses S. mit mir!
   7. /Verkl.: Stückchen/ ein S., geh. ein S. Weg(e)s⌉ eine gewisse Teilstrecke eines Weges /nur adv./: ich bringe dich noch ein S., Stückchen; geh. ich begleite dich noch ein S. Weg(e)s⌉; ein S. /bezeichnet eine gewisse Strecke, eine unbestimmte Entfernung, einen unbestimmten Grad/ etwas, ein wenig, nicht sehr viel: bis zum Bahnhof müssen wir noch ein S. gehen; ein S. spazierengehen; wir sind ein gutes S. vorangekommen; das Gras ist ein kleines, umg. ein hübsches, ganzes⌉ S. gewachsen; umg. er ist ein Stückchen (ein bißchen) größer als ich⌉; die Zuversicht ... machte Albert Kump um ein gut Stück unternehmender Victor Schriften 3,94
   8. /in Verbindung mit bestimmten Adjektiven/ salopp abwertend das ist (denn doch) ein starkes S. (eine Unverschämtheit, unerhört); gestern hat er sich ja wieder mal ein tolles, freches S. geleistet; umg. veraltend Stückchen Streich: dann hat die Kathl angefangen, von unseren Possen zu erzählen ... aus Deiner Zeit noch, auch von Dir ein paar Stückchen E. Strauss Freund Hein 137
   9. /in festen Verbindungen/ umg. aus freien Stücken von sich aus, freiwillig: etw. aus freien Stücken tun; große Stücke auf jmdn. halten (jmdn. sehr schätzen)⌉; in allen Stücken in jeder Hinsicht, in jedem Punkt: [er] hielt ... eine so ausgezeichnete und witzige Rede, daß er in allen Stücken Recht bekam Th. Mann 1,488 (Buddenbr.); in manchen Stücken hast du es dir zu leicht gemacht; landsch. in, an einem S. ununterbrochen, ohne Unterbrechung: es hat in einem S. geregnet; ich habe die ganze Nacht an einem S. geschlafen; den Urlaub in einem S. (zusammenhängend) nehmen
zu 1 /in Verbindung mit Hinweisen auf das Ganze, z. B./ Braten-, Brot-, Fleisch-, Haut-, Kuchen-, Torten-, Wurststück; /in Verbindung mit Hinweisen auf Einzelteile von Schlachtvieh, z. B./ Bauch-, Brust-, Kamm-, Lenden-, Rippenstück; /ferner in/ Ansatz-, Anstands-, Bestand-, Bruch-, Haupt-, Hefe-, Herz-, Kern-, Kopf-, Mittel-, Mund-, Rand-, Rest-, Schluß-, Schwanz-, Spreng-, Teil-, Verbindungs-, Verschluß-, Vorder-, Zwischenstück zu 1 u. 2 Rasenstück zu 2 /in Verbindung mit Hinweisen auf den Stoff, das Material, die Substanz, z. B./ Fels(en)-, Gebäck-, Gras-, Holz-, Stoff-, Zuckerstück zu 3 /in Verbindung mit Hinweisen auf die größere Menge, die Gesamtheit, z. B./ Akten-, Bekleidungs-, Einrichtungs-, Fracht-, Gepäck-, Kleidungs-, Möbel-, Uniform-, Wäschestück; /in Verbindung mit Hinweisen auf Geld, z. B./ Einmark-, Einpfennig-, Geld-, Groschen-, Mark-, Talerstück; /ferner in/ Abfall-, Ausstellungs-, Beleg-, Beute-, Beweis-, Blumen-, Dekorations-, Einzel-, Erb-, Erinnerungs-, Ersatz-, Fund-, Futter-, Gegen-, Gesellen-, Gold-, Guß-, Hand-, Kupfer-, Lese-, Museums-, Muster-, Parade-, Plunder-, Pracht-, Prüf-, Prunk-, Renommier-, Sammel-, Schmuck-, Schrift-, See-, Seiten-, Silber-, Versatz-, Werk-, Wert-, Zierstück; Achsel-, Schulterstücke zu 3 u. 4 a Ausstattungs-, Familien-, Schaustück zu 3 u. 6 Dreckstück zu 3 u. 8 Meister-, Probestück zu 4 a Bauern-, Boulevard-, Bühnen-, Erfolgs-, Erstlings-, Gegenwarts-, Gesellschafts-, Konversations-, Kriminal-, Lehr-, Lokal-, Parabel-, Rühr-, Spektakel-, Tendenz-, Theater-, Volks-, Zeitstück zu 4 a u. b Charakter-, Kinder-, Lieblings-, Repertoire-, Salon-, Unterhaltungs-, Zugstück zu 4 a u. 8 Zauberstück zu 4 b Gesang(s)-, Klavier-, Konzert-, Musik-, Orchester-, Ton-, Übungs-, Vortragsstück zu 4 b u. 8 Virtuosenstück zu 6 Mist-, Schand-, Weib(s)stück zu 8 Akrobaten-, Artisten-, Bravour-, Buben-, Gangster-, Gauner-, Glanz-, Helden-, Husaren-, Kabinett-, Kunst-, Piraten-, Schelmen-, Taschenspieler-, Wag(e)stück dazu Früh-, Grundstück

Zitationshilfe
„Volksstück“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Volksst%C3%BCck>, abgerufen am 13.12.2018.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG) …