wild1 /Adj./
1. nicht gezähmt, freilebend: w. Tiere, Tauben, Gänse, Bienen; nicht veredelt: w. Obstbäume, Schößlinge; w. Früchte; diese Rosen wachsen wild, sind w.; ein w. (ungepflegter, verwilderter) Park, Garten ein w. (struppiger, ungepflegter) Bart w. (an Wunden wucherndes) Fleisch umg. der Wilde Westen (der Westen der Vereinigten Staaten in der Zeit der Besiedlung im 19. Jahrhundert) ; /übertr./ nicht genehmigt, vom Gesetz abweichend: Wilde Fahrten warfen für die Autobesitzer beträchtlich mehr ab M. W. Schulz Staub im Wind 383 w. Parken (Parken an nicht genehmigten Plätzen) eine w. Ansiedlung; eine w. Badestelle; /im kap. Gesellschaftssystem/ ein w. (von der Gewerkschaft nicht beschlossener, nicht anerkannter) Streik veraltend mit jmdm. in w. Ehe (in ehelicher Gemeinschaft ohne standesamtliche Trauung) leben
2. heftig, ungestüm
a) ein w. Sturm, Schneegestöber; es tobte eine w. Schlacht, ein w. Kampf; in w. Flucht, Panik liefen sie davon; ein w. Tanz; w. Rhythmen; eine w. Hetzjagd; w. Herzklopfen haben; ich mußte w. Beschimpfungen über mich ergehen lassen; ein w. Fluch; er stürzte sich mit w. Eifer auf die Arbeit; eine w. Freude, Lustigkeit, Heiterkeit, ein w. Verlangen, eine w. Sehnsucht ergriff ihn; w. mit den Händen gestikulieren; sie küßten sich w. (leidenschaftlich) sei nicht so w.!; w. schluchzen, auflachen; salopp mach es nur halb so w. (treibe es nicht zu weit)! umg. sie arbeiten wie w. (besessen) er fing wie w. zu suchen an; der Hund rasselte wie w. mit der Kette; salopp derb vom w. Affen gebissen sein (den Verstand verloren haben)
b) unbändig: ein w. Mädchen, Junge; umg. scherzh. eine w. Hummel (ein ausgelassenes, lebhaftes Mädchen) salopp er spielt den w. Mann (tut übertrieben energisch) es w. (zügellos) treiben er begann wie ein Wilder zu rennen
c) erregt, scheu: das Pferd wurde w.; Wenn eine Eisenbahn fährt, wird das Vieh auf der Weide wild Molo Ein Deutscher 293
d) zornig: w. sein, werden; Wenn ihm einer ins Gehege kommt, wird er wild Schallück Wenn man aufhören könnte 10 jmdn. w. machen;
e) umg. w. auf etw. sein versessen auf etw. sein: sie war ganz w. aufs Lernen; er war w. auf seine Zigarren; w. nach jmdm., auf jmdn. sein: er ist ganz w. nach ihr, auf sie (sehr verliebt in sie)
3. geh. wildromantisch: ein w. Tal; eine w. Schlucht; berauschend: ein w. Duft;
4. wirr: w. Gerüchte, Behauptungen; w. Zeug träumen; das Zimmer war in w. Unordnung;

Wild, 2das; -(e)s, /ohne Pl./
1. /zusammenfassende Bez. für alle jagdbaren Säugetiere und Vögel/ das W. füttern, hegen, pflegen, schonen, jagen, hetzen, verfolgen, locken, erlegen; dem W. auflauern, nachstellen; der Hund witterte W.; bei einer Treibjagd W. aufspüren; ein Stück W. (ein einzelnes jagdbares Tier) ein seltenes (Stück) W.; sie lief davon wie ein gehetztes W.
2. umg. Fleisch von 1: heute gibt es W. (zu essen)

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