abfallen(er fällt ab,) fiel ab, ist abgefallen
1. sich senken, sich neigen: d. (Fels)wand, Gebirge fällt jäh, senkrecht (nach Westen) ab; das Gelände fällt allmählich, sacht, sanft (gegen den See, zum Fluß, zur Küste) ab; Der abfallende Garten war freigebig mit Zwergen … geschmückt Th. Mann 8,271 (Krull) ; e. (steil) abfallende Straße, Böschung; abfallende Geleise; ein schräg abfallendes Dach; abfallende Schultern; Nachdem sie [die Linie] den Rhein überschritten hat, fällt sie schroff gegen Süden … ab Frings Zur Grundlegung 1,94; eine abfallende (Preis)kurve;
2. sich ablösen
a) herunterfallen: Blätter, Früchte, Blüten, (Fichten)nadeln fallen vom Baum, Beeren fallen vom Strauch ab; Gips, Kalk, Mörtel, Putz fällt von der Wand ab; bis meine kleinen Wunden geheilt waren und die Borken abfielen Carossa Kindheit 86; und seine Arme vor Müdigkeit abzufallen drohten Kellerm. Tunnel 137; auf einem Kirchhofe fallen die Gewänder von den klappernden Gebeinen ab Immerm. 1,15 (Münchh.) ; /bildl./ Ketten fallen ab; weichen: eine große Last, alle Furcht, Sorge, Traurigkeit, d. Nervosität, Anspannung fällt von jmdm. ab; Krampf und Verlogenheit fielen von ihm ab Hesse 4,391 (Steppenw.) ; Von der jungen Frau war die Lustigkeit abgefallen H. Mann 8,91; abprallen: Drohungen und Witze fielen von ihm ab Feuchtw. Jüd. Krieg 186
b) /übertr./ abtrünnig werden: von einer Partei, vom Glauben a.; von jmdm. a.; ein abgefallener Engel; er … war ein abgefallener Priester Böll Wort 12
3. übrigbleiben
a) als Rest nebenbei anfallen: beim Zuschneiden fallen Flicken, beim Hobeln fallen Späne ab; Brosamen fallen vom Tische ab; manch guter Bissen fällt bei der Mahlzeit ab; nicht viel, einiges, dies und jenes fällt (für dich) dabei ab; Von der Garderobe meiner Töchter fällt so manches ab Viebig Berl. Novellen 134
b) als Gewinn, Verdienst zufallen: daß bei dem Geschäft auch für mich was abfällt Feuchtw. Lautensack 44 weil bei solchen offiziellen Besuchen immer Orden abfielen Renn Adel 259
4. (in der Leistung) enttäuschen
a) hinter einer Erwartung zurückbleiben: in einer Rolle, vor den Sachverständigen (kläglich, total) a.; sein Vortrag fiel ab; bei meinem jungen Frauenzimmer fiel ich damit [mit den Hausmitteln] ab Raabe II 5,25 (Wunnigel) ; jmdn. a. lassen (jmdn. zurückweisen)
b) gegen jmdn., neben jmdm. a. (in der Leistung) schwächer sein, zurückstehen: der zweite Band des Buches fällt gegen den ersten ab; Jedenfalls fiel er [der Ehemann] neben Ihnen stark ab Götz Hokuspokus II; schwächer werden, erlahmen: beim Wettlauf, auf der Rennstrecke a.;
5. an etw. verlieren
a) an Gewicht abnehmen, abmagern: sie ist (in letzter Zeit) sehr abgefallen; Wenn Sie nicht genug zu sich nehmen, so fallen Sie ab Th. Mann 1,122 (Buddenbr.) ; abgefallene (eingefallene) Wangen
b) an Höhe (und Geschwindigkeit) abnehmen: das Flugzeug fällt ab; das Hochwasser (des Flusses) fällt ab;
c) Jägerspr. die Spur verlieren: der Hund fällt (bei der Nachsuche) von der Fährte ab;
d) dicht. doch fielen die Sterne schon ab (verblichen) Seghers 5,49 (Transit) ; der Steppenwolf, der anfangs noch aufmerksam … zugehört hatte, fiel wieder ab (ließ in der Aufmerksamkeit nach) Hesse 4,20 (Steppenw.)
6. Seemannsspr. abhalten, den Kurs so ändern, daß der Wind voller in die Segel fällt: Wenn es [das Segel] anfängt zu flattern … dann fällst du ein bißchen ab Hausm. Abel 40

abfallen

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