Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 1. Band, 1967

ablesen

ablesen(er liest ab,) las ab, hat abgelesen
1. etw. einzeln von etw. abnehmen und sammeln: Steine (vom Acker), Fädchen (vom Kleid) a.; Raupen (vom Kohl) a.; Äffchen, wie sie sich gegenseitig das Ungeziefer ablesen Renn in: Dt. Stimmen 94; etw. sammelnd absuchen: den Acker (nach Steinen), eine Pflanze (nach Schädlingen) a.;
2. etw. nach einer schriftlichen Vorlage sprechen: eine Rede (vom Manuskript) a.; ein Gedicht (aus einem Buch) a.; er sprach nicht frei, er las ab;
3. den Stand an einer Skala feststellen: den elektrischen Zähler, d. Gas-, Wasseruhr a.; d. Thermometer, Manometer a.; etw. vom Barometer a.; d. Licht, Gas, Wasser a.; d. Temperatur, Dampfdruck a.; Des öfteren schaute er auf die Uhr, ohne aber die abgelesene Zeit zu behalten Andres Portiuncula 189
4. /übertr./ etw. durch genaue Beobachtung erkennen, erraten: der Taubstumme liest die Worte von, an den Lippen des Sprechers ab; Gedanken, Wünsche, eine Antwort von jmds. Gesicht, Augen a.; die Meinung der Anwesenden an deren Gesichtern abzulesen suchen; einem Gesicht etw. a.; das lese ich Ihnen an der Nasenspitze ab Löscher Alles Getrennte 231; etw. erschließen: die kommende Entwicklung (aus den Statistiken, den vorliegenden Tatsachen, am vergangenen Zeitabschnitt) abzulesen suchen;

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Zitationshilfe
„ablesen“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/ablesen>, abgerufen am 26.09.2020.

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