auf- /trennbare, stets betonte verbale Vorsilbe/
1. /drückt eine aufsteigende Richtung aus/ nach oben
a) empor-: aufsteigen (Rauch), aufgehen (Saat), aufflattern; aufbranden, aufbrausen, aufbrodeln; sich aufrecken, aufrichten, aufsetzen; aufhissen, aufkrempeln, aufrollen (Ärmel), aufwinden; aufblicken, aufgucken, aufschauen, aufsehen;
b) aus der Ruhe empor-: aufjagen, aufrütteln, aufschrecken; aufrufen, aufwecken, aufpeitschen, aufrappeln; aufbrechen, auffahren;
c) vom Erdboden in die Höhe: aufheben, aufnehmen, aufsammeln, auflesen, aufraffen; auffegen, aufkehren, aufpicken;
d) nach oben und fest-: aufbammeln, aufbinden, aufhängen, aufknüpfen, aufstecken;
e) /sich auf etwas höher Gelegenes begeben/ aufsteigen (auf den Berg), aufsitzen (aufs Pferd), aufschwingen, aufhocken, aufgrätschen;
f) /etw. füllig, prall machen/ aufbauschen, aufblähen, aufblasen, aufplustern, aufpumpen; /füllig und prall werden/ aufgehen (Kuchen), auftragen (Unterwäsche)
g) groß-: aufziehen, auffüttern, aufmästen, aufpäppeln;
h) /etw., jmdn. ans Tageslicht bringen/ auffischen, aufgabeln, aufspüren, aufstöbern;
i) kurz, einmal, plötzlich: auflachen, aufjauchzen, aufjubeln; aufheulen, aufschluchzen, aufweinen; aufächzen, aufbrüllen, aufjammern, aufkreischen, aufschreien, aufstöhnen; aufbeben, aufklingen; aufblinken, aufblitzen, aufflammen, auffunkeln, aufglänzen, aufleuchten, aufzucken;
j) /jmdn. seelisch erregen/ aufstacheln, aufputschen, aufwiegeln, aufhetzen, aufrütteln, aufbringen;
2. /drückt eine absteigende Richtung aus/ nach unten
a) von oben herab auf etw.: aufstampfen, auftreten, auftreffen, aufschlagen, aufklatschen, aufprallen; auflehnen (Arm), aufstützen, aufsetzen (Essen);
b) /etw. auf etw. bringen, befestigen/ aufdrucken, aufheften, aufkitten, aufkleben, aufleimen, aufmontieren, aufnageln, aufpappen, aufprägen, aufpfropfen; aufprobieren, aufstülpen; aufpflanzen (Fahne);
c) /etw. an jmdn. herantragen, jmdm. eine Bürde auflegen/ jmdm. etw. aufbrummen, aufbürden, aufdrängen, auferlegen, aufgeben, aufhalsen, aufnötigen, aufoktroyieren, aufreden, aufschwatzen; aufbekommen (Aufgaben), aufkriegen;
3. /drückt eine waagerechte Richtung aus/ (auf ein Auto) auffahren, aufprallen; auflaufen (Schiff)
4. /drückt den Zustand der Ruhe aus/
a) /etw. befindet sich auf etw./ aufbehalten (Hut), aufhaben, auflassen;
b) /jmd. befindet sich in aufrechter Lage/ aufbleiben, aufsein, aufsitzen;
5. /drückt ein Öffnen aus/
a) aufbeißen, aufbrechen, aufhauen, aufklopfen, aufknacken, aufmeißeln, aufreißen, aufritzen, aufschlitzen, aufschneiden, auftrennen; aufschließen, aufriegeln, aufmachen, aufkriegen, aufdrücken; aufgraben, aufkratzen; aufblühen, aufgehen (Knospen), aufplatzen
b) geöffnet: aufbleiben, aufhalten, auflassen, aufstehen (Tür);
c) auseinander-: aufbiegen, aufdröseln, auffalten, aufflechten, aufklaffen, aufklappen, aufrollen (Problem);
d) wund-: sich aufliegen, auflaufen, aufscheuern, aufreiben;
6. /drückt ein Ansammeln, Sichhäufen aus/
a) /sich ansammeln/ aufhäufen, aufspeichern, aufstapeln, aufstauen, auftürmen; auflaufen (Geld);
b) zusammen-: aufbringen (Summe), auftreiben, aufkaufen;
c) hintereinander-: auffahren, aufmarschieren, aufziehen; auffädeln, aufreihen;
7. /drückt ein Ergebnis, die Vollendung einer Tätigkeit aus/ aufbrauchen, aufessen, auffressen, aufknabbern, aufrauchen; aufarbeiten (Korrespondenz), auffüllen (Vorrat); aufklären, aufheitern, aufhellen, aufmuntern
8. /drückt ein Erneuern aus/ aufbügeln, aufplätten, auffärben, auffrischen; aufbacken, aufbraten, aufkochen, aufwärmen; aufarbeiten (Möbel), aufbeizen, aufbessern, aufpolieren, aufpolstern; aufforsten, aufholzen
9. /drückt eine Beendigung aus/ aufsagen (Dienst), aufstecken (Plan), aufheben (Gesetz), aufgeben (Hoffnung), aufkündigen (Stelle)
/nach diesen 9 Typen werden Verben in reichem Maße gebildet, besonders nach 1 a. 1 i. 2 b. 2 c. 5 a. 7. 8; auch Substantive und Adjektive folgen diesen Typen/ Aufschrei Aufsatz Aufbau Aufdruck Aufgabe Aufschluß aufdringlich aufrecht aufmerksam

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