Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 1. Band, 1967

auffangen

auffangen(er fängt auf,) fing auf, hat aufgefangen
1. etw., jmdn. im Fallen fangen
a) etw. in die Luft werfen und a.; etwas Zugeworfenes, einen Ball a.; /bildl./ den Ball a. und weitergeben (auf eine Anspielung im Gespräch reagieren) Und das Messer fängt er mit Händen auf Brecht Courage 2; wobei er die hohle Hand unters Kinn hielt, um die Krümel aufzufangen Th. Mann 9,264 (Kröger) ; jmdn. in seinen Armen a.; im Sturz gerade noch aufgefangen werden;
b) etw. in etw. sammeln: Regen wasser in einem großen Faß, Bassin a.; mit den hohlen Händen Wasser a. und trinken; das Harz von einem angeritzten Baumstamm a.; Chem. bei einem Prozeß Dämpfe, Alkohol a.; Phys. Lichtstrahlen durch Spiegel, Impulse durch Elektroden a.; /bildl./ Aragon hat im Spiegel seines Werkes weit mehr aufgefangen (eingefangen) Weiskopf 8,201; Neubedeut. Menschen a. Zuströmende in einem Lager erfassen: Umsiedler, Flüchtlinge a.;
2. jmdn., etw. abfangen
a) jmdn., etw. hindern, zum Ziel zu gelangen: einen Boten an der Grenze a.; er wurde durch eine Streife, von Gendarmen aufgefangen; jmds. Post a.; eine Depesche a.; er fing ihre Briefe auf, las sie C. F. Meyer 1,344 eine Waffensendung a.;
b) etw. abfangen und ableiten: e. Schlag, Stoß, den Druck a.; Wirtsch. Preis-, Kostensteigerungen, Produktionsverteuerungen a.; die Überproduktion a.; einen Kriseneinbruch a.; Mil. den feindlichen Durchbruch, einen Angriff a.
c) etw. erhaschen, heimlich wahrnehmen: einen warnenden, lauernden Blick a.; ein leises Wort, d. Geflüster, Klang, Ton a.; eine Neuigkeit a.; etw. mit scharfem Ohr a.; die Mutter hatte das Wort Verdacht aufgefangen Viebig Erde 234
d) einen drahtlosen Ruf empfangen: der Funkermaat … hat 'nen Spruch aufgefangen F. Wolf Matrosen 1

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