Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 1. Band, 1967

ausspannen, Vb.

ausspannen /Vb./
1.
a) etw. zwischen zwei Punkten straff spannen: eine Fähre … mit einem zwischen hüben und drüben ausgespannten Seil Fontane Unwiederbringlich 426
b) etw. spannend ausbreiten: Er lag unter einem zwischen den Bäumen ausgespannten Tuch Raabe I 6,312; Netze zum Trocknen a.; die Spinne spannt ihr Netz zwischen hohen Gräsern aus; Endlich waren die Zeltdächer ausgespannt Seghers 1,43 (Aufstand) ; /bildl./ dicht. Und meine Seele spannte / Weit ihre Flügel aus Eichendorff Mondnacht
c) /übertr./ geh. sich a. sich ausdehnen: /meist im Part. Prät./ Der Himmel ist hoch und wesenlos über den Schluchten der Straße ausgespannt A. Zweig Regenbogen 301
2. etw. Eingespanntes lösen, Ggs. einspannen
a) Pferde, Ochsen a. (vom Wagen losmachen) mit den vorstädtischen Gasthäusern, bei denen Fuhrleute ein- oder ausspannten H. Mann 4,245 (Untertan)
b) die Stickerei (aus dem Rahmen) a.; einen Bogen (aus der Schreibmaschine) a.
3. umg.
a) jmdm. etw. mit (schließlich erlangter) Einwilligung des Besitzenden wegnehmen: ich habe meiner Mutter den neuen Schirm ausgespannt; ich möchte dir für heute abend mal deine Handtasche ausspannen (sie mir borgen)
b) jmdm. jmdn. abspenstig machen: er konnte es nicht verwinden, daß der Popp ihm einst das schönste Mädchen der Stadt ausgespannt hatte Löscher Alles Getrennte 307
4. längere Zeit von der Arbeit ausruhen, sich erholen: ich muß endlich einmal ein paar Tage a.; es täte ihr gut, einmal völlig auszuspannen;

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Zitationshilfe
„ausspannen“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/ausspannen>, abgerufen am 28.11.2020.

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