Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 1. Band, 1967

ausstoßen

ausstoßen(er stößt aus,) stieß aus, hat ausgestoßen
1. etw. herausstoßen
a) etw. mit einem Stoß von sich geben: den Atem a. (ausatmen) die Luft durch die Nase a.; Öfter mußte ich künstlichen Husten ausstoßen Th. Mann 8,364 (Krull) ; die Vulkane stoßen heiße Wasserdämpfe aus; die Fortbewegung des Düsenbootes wird dadurch erreicht, daß Wasser angesaugt und hinten aus den Düsen wieder ausgestoßen wird; Torpedos werden von U-Booten aus einem Rohr durch Preßluft ausgestoßen;
b) etw. durch Herausstoßen entfernen: Wer dem Schreiner … bei dem Wirbel ein Auge ausgestoßen habe F. Wolf 5,285 (Grenze)
2. eine Äußerung hervorstoßen, etw. mit einem Stoß äußern: einen (gellenden, hohen, lauten, leisen, angstvollen) Schrei a.; Hilferufe, (schrille) Pfiffe a.; einen (tiefen, angstvollen) Seufzer, ein (schallendes) Gelächter, ein (höhnisches) Lachen a.; der Hund stieß ein wildes Freudengeheul aus; die Eule stieß heisere, unheimliche Töne aus; Klagelaute a.; (derbe, zornige) Flüche, Drohungen, Schimpfworte a.; Verwünschungen, Schmähungen, Beschuldigungen (gegen jmdn.) a.; (heisere, unverständliche) Worte a.; [er] stieß drohend aus: Sie ist eine Verworfene! H. Mann 4,249 (Untertan)
3. Neubedeut. (in einem bestimmten Zeitraum) Fertigwaren herstellen, auswerfen: diese Maschine stößt alle drei Minuten ein fertig bearbeitetes Werkstück aus; der neue Schmelzofen wird täglich eine Tonne Stahl a.; die Leichtindustrie wird im kommenden Jahr 10% mehr als in diesem Jahr a. (auf den Markt bringen) in diesem Jahr wird das Bockbier am 15. Oktober ausgestoßen (ausgeliefert)
4. jmdn. aus einer Gemeinschaft a. jmdn. aus einer Gemeinschaft mit Schimpf ausschließen: aus der Armee ausgestoßen werden; Diese Militärmacht stößt Mörder aus ihren Reihen nicht aus Tucholsky Deutschland 154; aus der Partei ausgestoßen werden; jmdn. aus der Kirche a.; [der Historiker sah] in die Ferne, wo das Land war, das ihn ausgestoßen hatte L. Frank 5,289 (Mathilde) ; verlassen und (aus der menschlichen Gesellschaft) ausgestoßen sein; das unheimliche Heer der Obdachlosen, der Ausgestoßenen Polenz 1,408 (Büttnerbauer) ; von aller Welt ausgestoßen sein (von allen Menschen geächtet sein)

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Zitationshilfe
„ausstoßen“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/ausstoßen>, abgerufen am 23.11.2020.

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