Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 1. Band, 1967

ausweichen

ausweichen, wich aus, ist ausgewichen
1. einem Verkehrsteilnehmer Platz machen: der Fußgänger weicht dem Auto aus; es ist rechts auszuweichen und links zu überholen; vorwärts, rückwärts, nach der Seite a.; geschickt, blitzschnell, rechtzeitig, zu spät a.; der Radfahrer ist dem Moped knapp ausgewichen;
2. jmdm., einer Sache aus dem Wege gehen
a) einer Menschenmenge, streitenden Personen a.; jmdm. scheu, in weitem Bogen a.; was Herbert wohl dazu bewogen haben könne, ihr so offensichtlich auszuweichen Kirst Null-Acht Fünfzehn 297; einem Kampf a.; die Truppen des Königs Agrippa wichen jedem Geplänkel aus Feuchtw. Jüd. Krieg 146; einem Hindernis a.; nach dem Streit wichen sie sich, einander aus;
b) vor etw. zur Seite weichen: einem Hieb, Tritt a.; einer Ohrfeige geschickt a.; jmds. Blicken a.; Er sah verlegen auf den Wirt und wich gleich wieder aus mit dem Blick O. M. Graf Bolwieser 93
c) die ursprüngliche Richtung ändern: der Fluß weicht dem Gebirge aus; die freischwebenden Kugelblitze weichen Gegenständen aus Wissensch. u. Fortschr. 1955
d) /übertr./ etw. (Unangenehmes) zu vermeiden suchen: einem Gespräch, der Beantwortung weiterer Fragen a.; einer Bitte, einem Zwang, Verbot a.; Jemand andern zu fragen, heißt immer noch versuchen, einer Entscheidung auszuweichen Remarque Zeit zu leben 187; den Schwierigkeiten, einer Gefahr a.; geschickt, mit einem Scherz, mit bloßen Redensarten a.; einen ausweichenden (die Sache umgehenden) Bescheid erhalten eine ausweichende Antwort geben;
e) Neubedeut. auf etw. a. sich für eine andere Sache entscheiden: der Käufer weicht auf eine preisgünstigere Ware aus;

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Zitationshilfe
„ausweichen“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/ausweichen>, abgerufen am 23.11.2020.

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