Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 1. Band, 1967

bauen, Vb.

1bauen /Vb./
1. etw. durch plangemäßes, festes Zusammenfügen einzelner Teile zu einem bestimmten Zweck für die Dauer errichten, zusammensetzen: Wohnungen, Straßen, eine Brücke b.; ein Haus aus Ziegeln und Lehm, aus Stahlbeton b.; ein leicht, massiv, solide gebautes Haus; er will demnächst b. (will sich selbst ein Haus bauen) ; in einem bestimmten Stil b.; für jmdn. b.; er baute zwei Jahre an dem Haus; das neuzeitliche Bauen; Schiffe, Flugzeuge b.; eine Maschine b.; er hat sein Radio selbst gebaut; e. Geige, Orgel b.; der Fuchs baut sich /Dat./ seine Höhle; die Bienen b. Waben; die Vögel b. Nester; unter dem Dach haben Schwalben gebaut (haben sich ein Nest gebaut)
2. /bildl./ etw. schaffen, gestalten: einen neuen Staat b.; mit den Generationen, die den Staat gebaut hatten A. Zweig Grischa 306; sich /Dat./ eine eigene Welt b.; Luftschlösser b.; an der Zukunft b.; umg. hier laßt uns Hütten b. (laßt uns bleiben)! jmdm. (goldene) Brücken b. (jmdm. eine Chance zum Einlenken geben) sie hat am Wasser gebaut (vergießt leicht Tränen) er hat auf Sand gebaut (hat sich auf unsichere Dinge verlassen) auf etw., jmdn. (Häuser, Felsen) b. sich auf etw., jmdn. (fest) verlassen, einer Sache, jmdm. (fest) vertrauen: auf jmds. Worte, Treue, Klugheit, Umsicht b.; darauf baute sich unsere Hoffnung; darauf könnt ihr ganz ruhig, sicher b.; er baute darauf, daß …; darauf ist nicht zu b.; ich baue auf dich, werde immer auf dich b.; auf ihn kann man Häuser b.; auf Menschen, Gott b.; auf niemanden, nichts b.; /übertr./ ein nach klassischem Muster gebautes Drama; ein geschickt gebauter Kriminalreißer; er kann keinen einwandfreien Satz b.; er baut zu lange Sätze; Soldatenspr. die Betten b. (sie peinlich genau einlegen) salopp sich /Dat./ einen neuen Anzug b. (anfertigen) lassen eine Acht b. (durch einen Sturz die Felgen des Fahrrades verbiegen) eine Kiste b. (etwas Seltsames zustandebringen) er wird bald sein Examen, den Doktor b. (ablegen)
3. gut gebaut sein gut gewachsen sein: er ist schön, herkulisch, stark, breit, gedrungen, schmächtig gebaut; der schlank gebaute Sportler; sie ist kräftig, derb, zart, zierlich, in den Hüften schmal gebaut; zu einem Baume, dessen Äste und Blätter edler gebaut schienen als die der übrigen G. Keller 4,399 (Gr. Heinrich) ; salopp so gebaut sein so veranlagt sein: er ist so gebaut, daß ihn die Vorwürfe kalt lassen; (so) wie du gebaut bist, bringst du das auch noch fertig;

WDG, 1. Band, 1967

bauen, Vb.

2bauen /Vb./
1. etw. anpflanzen, anbauen, eine Frucht ziehen: er baute Getreide, Kartoffeln, Kohl; auf gutem Boden baut man Weizen; am Rhein wird viel Wein gebaut; hier wird weit und breit der beste Tabak gebaut er hatte sich /Dat./ seinen Mais selbst gebaut
2. geh. seinen Acker, sein Feld, den Boden, das Land b. (bewirtschaften, bebauen, nutzbar machen)

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Zitationshilfe
„bauen“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/bauen>, abgerufen am 27.09.2020.

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