begra̱ben(er begräbt,) begrub, hat begraben
1. den Verstorbenen der Erde übergeben: einen Toten b.; Ich begrub dort meine liebe Mutter und beweinete sie sehr Storm 5,67; Es liegen drei Kaiser begraben in Prag Brecht Schweyk 6; jmdn. würdig, in Ehren, mit großem Pomp, Prunk, in aller Stille b.; jmdn. lebendig b.; ich fühle mich wie lebendig b. (wie abgeschnitten von aller Welt) jmdn. verschütten (und dadurch töten): die Lawine begrub eine Gruppe Touristen; das zusammenstürzende Haus begrub seine Bewohner unter sich; unter Schutt, Trümmern b. werden
2. /übertr./
a) geh. etw. aufgeben: seine Hoffnung, Pläne, Träume, Forderungen b.; das sind längst begrabene Wünsche;
b) geh. etw. Geschehenes vergessen: e. Affäre, Angelegenheit, Justizskandal b.; begrabene Geschichten wieder aufrühren; seinen Schmerz b.;
c) geh. etw. in seiner Brust, in seinem Herzen b. (es als Geheimnis, Erinnerung bewahren)
d) etw. beenden: geh. den Streit, einen alten Zwist b.; umg. das Kriegsbeil b. (den Streit beilegen) geh. Unterdrückte / Begrabt eure Zwietracht Brecht Gedichte 205
e) /besondere Redewendungen/ umg. dort möchte ich nicht b. sein (möchte ich auf keinen Fall längere Zeit bleiben) salopp hier liegt der Hund b. (das ist der Kern der Sache) ihr könnt euch b. lassen (mit euch ist nichts anzufangen; ihr versteht davon nichts)
3. veralt. etw., sich vergraben: Da saß ich nun, den Kopf … in die Hände begraben G. Keller 4,640 (Gr. Heinrich) ; er … begrub sich in die Kissen [des Lagers] C. F. Meyer 3,104 (Schuß v. d. Kanzel)

begraben

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