Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 1. Band, 1967

bergen

bergen(er birgt,) barg, hat geborgen
/vgl. geborgen /
1. etw., jmdn. vor Gefahr in Sicherheit bringen: Hausrat, Wertsachen (bei einem Brand, einer Überschwemmung) b.; jmdn. (bei einem Unglück) lebend b. (retten) Schiffbrüchige, die Ladung eines gestrandeten Dampfers b.; die Rettungsmannschaft konnte vier Bergleute nur noch tot b. (vom Unglücksort wegbringen) d. Ernte, Heu b. (einbringen) Von dem Auswerfen des Samens bis zum Bergen der Frucht schwebt der Landmann zwischen Furcht und Hoffnung Polenz 1,129 (Büttnerbauer) ; Seemannsspr. die Segel (bei Sturm) b. (zusammennehmen und festmachen, niederholen)
2. geh. etw., sich zum Schutz verbergen, verstecken: den Kopf in den Händen, an jmds. Brust b.; Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? Goethe Erlkönig; der Flüchtling barg sich im dichten Gebüsch; wir bargen uns vor dem Regen unter einem dichten Laubdach; etw. birgt jmdn., etw. etw. schützt jmdn., etw.: das Gebüsch barg den Flüchtling vor den Verfolgern; die einsame Berghütte barg mich gegen den Schneesturm; der geringste Vogel hat sein Nest, das ihn vor der Kälte birgt Raabe I 1,614 (Hungerpastor) ; das verfolgte Reh verschwand im bergenden Dunkel des Waldes;
3. etw. birgt etw. etw. enthält etw.: das Museum birgt seltene Kostbarkeiten; die Erde birgt viele Schätze in ihrem Schoß; etw. birgt etw. in sich: das römische Weltreich barg den Keim des Zerfalls in sich; etw. birgt große Gefahren in sich;

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Zitationshilfe
„bergen“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/bergen>, abgerufen am 24.09.2020.

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