Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 1. Band, 1967

besinnen

besịnnen, sich, besann sich, hat sich besonnen
/vgl. besonnen /
1. nachdenken, ruhig überlegen: er besann sich einen Augenblick, ehe er antwortete; ohne (viel) Besinnen etw. tun; nach kurzem, einigem Besinnen, ohne sich (lange) zu b., antwortete sie; sie besann sich eine Weile, nicht lange; Alte sollten sich doch immer erst besinnen, ehe sie uns Jungen nein sagen Anzengr. 2, 136 sich eines Besseren, eines anderen, anders b. es sich anders überlegen: schließlich hat sie sich eines Besseren besonnen; Er wollte sie aufhalten, aber er besann sich (überlegte es sich anders) und blieb an der Treppe zurück Storm 1, 35 (Immensee) ; noch bevor er sich besann (zu sich kam), war es geschehen Ganz benommen saß er auf der Bank … und stützte den Kopf. Er mußte sich erst einmal besinnen Viebig Erde 155
2. sich (auf etw., jmdn.) b. sich (an etw., jmdn.) erinnern: sie konnte sich nicht mehr auf seinen Namen, auf ihn, auf dieses Ereignis, auf diese Einzelheiten b.; er konnte sich auf nichts mehr b.; er besann sich, das schon einmal gehört zu haben; wenn ich mich recht besinne, habe ich ihn schon einmal gesehen; ich kann mich (nicht) b., das getan, gesagt zu haben; Ich besinne mich, wie wir als Kinder allen möglichen Damen die Hand küssen mußten Renn Adel 5; das Volk muß sich auf seine Kraft b. (seiner Kraft bewußt werden) sich auf sich selbst b.; daß sie [die ganze Welt] sich inmitten eines materialistischen Treibens auf das Geistige besinne Musil Mann 96

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Zitationshilfe
„besinnen“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/besinnen>, abgerufen am 26.09.2020.

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