Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 1. Band, 1967

besitzen

besịtzen, besaß, hat besessen /Passiv ungebräuchl./
etw. zu eigen haben /im täglichen Leben gewöhnlich gleichbedeutend mit etw. als Eigentum haben; Jur. vgl. Besitz / e. Haus, Grundstück, einen Bauernhof, Land, ein bedeutendes Vermögen, viel Geld, Schmuck, eine große Bibliothek, viele Bücher, eine wertvolle Handschrift, ein Auto b.; er besaß mehrere Ölgemälde; er besitzt keinen Pfennig (ist sehr arm) von allem, was er einmal besessen hat, ist ihm nichts geblieben; Ich bereute jetzt, keinen schwarzen ehrbaren Anzug zu besitzen G. Keller 4,435 (Gr. Heinrich) ; ich besitze noch einen Brief von ihm; die Herrschaft der besitzenden Klassen – großer Grundbesitzer und Kapitalisten Engels Einleitung zu: Marx Bürgerkrieg 15; Klassengegensätze von Besitzenden und Besitzlosen, Kapitalisten und Lohnarbeitern Engels Entwicklung 37; etw. sein eigen nennen: Was du ererbt von deinen Vätern hast, / Erwirb es, um es zu besitzen Goethe Faust I 683; Denn was man schwarz auf weiß besitzt, / Kann man getrost nach Hause tragen Goethe Faust I 1966; große Sprachkenntnisse b.; sie besitzt die Erlaubnis dazu; das Recht b., etw. zu tun; jmds. Herz, Gunst, Vertrauen b.; jmdn. b.: er wünschte, sie als Frau zu b.; Madeleine besaß ihn wieder Flake Schritt 116; sie wußte, was sie an ihm besaß; /von Eigenschaften des Menschen/ Mut, Energie, Kraft, Ausdauer, Phantasie, viele gute Eigenschaften, viele Tugenden, Reize, ungewöhnliche Fähigkeiten, zeichnerisches Talent b.; er besitzt die Gabe, sehr anschaulich erzählen zu können; Sie werden doch so viel Anstand besitzen, Ruhe zu halten Fallada Blechnapf 243; er besaß die Dreistigkeit, Frechheit, Unverschämtheit, mich dabei zu übergehen; /statt haben / keine Ahnung von etw. b.; von jmdm. eine hohe Meinung b.; für etw. Verständnis b.; gute Aussichten für etw. b.; etw. besitzt keinen Wert für jmdn.; jmdn. b.: er besitzt keine Verwandten mehr; einen Freund, Kinder b.; Gönner b.

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„besitzen“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/besitzen>, abgerufen am 01.10.2020.

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