Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 1. Band, 1967

bitter, Adj.

bitter /Adj./
1. /Geschmacksbezeichnung/
a) gleich dem Geschmack der Galle: etw. ist b. wie Galle, Wermut; eine b. Arznei; b. Mandeln; Franz sagt: Bitter, schön, kühl [ist das Bier] Döblin Alexanderpl. 248 jmd. hat einen b. Geschmack im Munde, auf der Zunge; eine Speise hat einen b. Beigeschmack; die Pille schmeckt b.;
b) b. (herbe) Schokolade
2. /übertr./ geh.
a) schmerzlich: das ist b.!; b. Tränen vergießen; ein b. Schicksal; ein b. Gefühl, Ende; eine b. Erfahrung, Erkenntnis, Notwendigkeit, Wahrheit, Enttäuschung, Kränkung, Lehre; ein b. Tropfen mischte sich in die Freude; Bitter ist der Tod Trakl Dichtungen 160 Ein bitterer Zug zog ihre Mundwinkel abwärts Viebig Berl. Novellen 46
b) scharf, beißend: ein b. Wort; b. Hohn, Humor, Ironie, Spott, Groll;
c) verbittert: Er hat also doch nicht, dachte er bitter, alle Gedanken mit mir geteilt wie ich mit ihm Seghers 6,18 (Die Toten) [der Vater] war mit dem Altern nicht bitter geworden Böll Billard 181
3. /drückt große Verstärkung aus/ das ist b. Ernst; er litt b. Hunger; b. Kälte, Not; ein b. Unrecht, Leid; sich b. Vorwürfe machen; er ist sein b. Feind; mit jmdm. in b. Feindschaft leben; sich b. rächen; etw. b. bereuen, beklagen, übelnehmen; jmdn. b. strafen; Wenn auch über diese Begebenheiten bitter wenig in den Zeitungen zu lesen stand Bredel Söhne 150; mit dem Schenken ist's mir bitter ernst G. Hauptm. Friedensfest II; jmd. braucht etw. b. nötig; Bitter weh tat ihm dieser Abschied Hesse 5,131 (Narziß)

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Zitationshilfe
„bitter“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/bitter>, abgerufen am 29.09.2020.

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