Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 1. Band, 1967

blicken, Vb.

blicken /Vb./
geh. seine Augen bewußt auf ein Ziel richten: auf, nach, zu jmdm., etw. b., aus, durch, in etw. b.; sie blickte auf das Kind, auf den Tisch, nach mir, nach unten, zu ihm, zu Boden; sie blickte aus dem Fenster, durch die Gardinen, ins Zimmer, in die Zeitung; blickt um euch!; er blickte finster, wütend, kühl, starr, ärgerlich, trübe, keck, forschend, erstaunt, wohlwollend, freundlich, ergeben, heiter (auf sie, zu ihr hin); er blickte abwesend (vor sich hin); und die Mutter blickte stumm / auf dem ganzen Tisch herum H. Hoffm. Struwwelpeter 18; seine Augen blickten belustigt, unsicher, ratlos, pfiffig, grimmig, eisig; /bildl./ die Sonne blickt wieder durch die Wolken, ins Zimmer; der Himmel blickt drohend; das Haus blickt durch die Bäume; die nach der Straße blickenden Fenster; die Freude blickte aus seinen Augen, blickt ihm aus den Augen; /übertr./ Er blickte … weder nach rechts noch nach links (verfolgte unbeirrbar seinen Weg) Brecht Dreigroschenroman 354; er blickt hinter die Kulissen (durchschaut die Vorgänge) jmdn. in sein Herz b. lassen (sich ihm anvertrauen) das läßt tief b. (ist sehr aufschlußreich) umg. sich b. lassen: wo er sich b. läßt, wird er angesprochen; sie läßt sich überhaupt nicht mehr bei uns b. (kommt nicht mehr zu uns zu Besuch)

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„blicken“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/blicken>, abgerufen am 27.09.2020.

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