Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 2. Band, 1967

dünn, Adj.

dünn /Adj./
von geringer Stärke
a) Ggs. dick: ein d. Ast, Baumstamm, Stab, Brett; diese Frucht hat nur eine d. Schale, Haut; ein d. Buch, Heft, Blatt, Blech; etw. in d. Scheiben schneiden; durch die d. Wand hört man jedes Geräusch; das Eis ist so d., daß es sofort bricht; jmd. hat d. Arme, Beine, Waden; ein d. Hals; um Arthur Lees dünne (schmale) Lippen war ein kleines Lächeln Feuchtw. Füchse 403; ein d. Mensch, Mann; umg. scherzh. er liebt die Dünnen (dünne Frauen) nach der Abmagerungskur war er wesentlich dünner; Farbe, Lack, eine Schutzschicht d. (mit einem Pinsel) auftragen; umg. sich d. machen (wenig Platz einnehmen; vgl. dünn(e)machen) ; /bildl./ salopp das Brett bohren, wo es am dünnsten ist (sich eine Arbeit bequem, leicht machen)
b) fast durchsichtig, Ggs. dicht: ein d. Vorhang, Schleier, Kleid; d. Strümpfe; am Ärmel ist eine d. (abgenutzte) Stelle d. (schütteres) Haar d. (leichte) Höhenluft /bildl./ umg. jmdm. durch dick und d. (überallhin) folgen für jmdn., mit jmdm. durch dick und d. gehen; schwach: d. Rauch steigt auf; d. Regen fiel den ganzen Tag über; der Wald, das Gras ist an dieser Stelle sehr d.; die Nordhänge sind dünner bewachsen; das ganze Gebiet ist nur d. besiedelt, bevölkert; umg. gute Gaststätten sind hier d. gesät (sind wenig vorhanden) unsere Kompanien waren schon sehr dünn geworden (hatten sich gelichtet) Carossa Gion 146; der Besucherstrom wurde immer dünner; diesen Luxus konnte sich nur eine d. (zahlenmäßig kleine) Oberschicht leisten Damit ging Kretzschmar, von dünnem, aber anhaltendem Beifall begleitet Th. Mann 6,77 (Faustus) ; jmd. spricht, ruft mit d. Stimme; Als sie [die Mädchen] Stanislaus sahen, wurde ihr Gesang dünn und dünner, bis er in ein Kichern umschlug Strittmatter Wundertäter 125; zu seinen Worten lächelte sie d.;
c) wenig gehaltvoll, wäßrig: eine d. Suppe, Brühe, Soße; d. Tee; d. Blut /übertr./ umg. abwertend die Aussage des Buches ist sehr d.; salopp abwertend War ja verdammt dünn, was ihr gestern [beim Fußballspiel] gezeigt habt Loest Sportgesch. 156

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Zitationshilfe
„dünn“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/dünn>, abgerufen am 29.11.2020.

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