Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 1. Band, 1967

darum, Pronominaladv.

darụm, /in demonstrativer Verwendung/ da̱rum /Pronominaladv.;
vgl. drum /
1. /räuml./ um das eben Erwähnte herum: das Haus mit dem Garten d.; niemand konnte an den Käfig heran, so dicht standen die Menschen d. (herum); dieser Koffer schließt nicht richtig. Darum mußt du einen Riemen binden; er trat nicht in die Pfütze, sondern ging d. (herum); um die Wunde zu schützen, legte er einen Verband d.; umg. nicht hierum geht es zum Bahnhof, sondern d. (dort herum)
2. /in räuml. übertragenen Wendungen/ er muß den unangenehmen Auftrag ausführen, er kommt nicht d. herum; er sagt nicht die Wahrheit, sondern redet d. herum; salopp er geht d. herum wie die Katze um den heißen Brei
3. /drückt eine allgemeine Beziehung aus/ was diese Sache angeht, hinsichtlich dieser Sache: er kann mir beim Koffertragen helfen, ich werde ihn d. bitten; dieser Garten ist völlig verwildert, d. kümmert sich niemand; hat er sich d. bemüht, Theaterkarten zu bekommen?; du brauchst nicht d. besorgt zu sein, daß er Schaden erleidet; d. feilschen, losen, würfeln; er würde viel d. geben, wenn er das ungeschehen machen könnte; d. handelt es sich ja gar nicht; d. ist mir nicht bange; er hat seinen Anteil nie bekommen, man hat ihn d. betrogen; geh. er weiß d.; wenn man ihm etwas leiht, ist es d. geschehen (ist es verloren)
4. /in festen Verbindungen/ die Begründung ist falsch, d. geht es (das ist der springende Punkt) umg. d. dreht es sich (das ist der springende Punkt) ihm geht es d. (er strebt danach), die Wahrheit zu finden ihm ist es d. zu tun (er strebt danach), daß …
5. /im Übergang zur Konj.; weist auf eine vorausgehende Ursache hin und bezeichnet deren Folge/
a) aus diesem Grunde, deshalb: das Kleid war zu weit. Darum hat sie es enger gemacht; ich habe gewußt, daß du mich erwartest, und mich d. beeilt; sie fürchteten ihn, und er hatte d. viele Feinde; Es waren allerlei außer Gebrauch befindliche und eben darum fesselnde Gegenstände darin aufbewahrt Th. Mann 2,32 (Zauberb.) ; warum hast du das getan? umg. Darum (darüber bin ich keine Rechenschaft schuldig) /weist in Korrelation mit weil nachdrücklich auf die Ursache hin und kann in dieser Funktion wegfallen / der Brief ist mir d. doppelt wert, weil ich ihn verloren glaubte; er hat d. protestiert, weil er die Entscheidung nicht für richtig hielt; die Definition ist (eben, schon) d. ungenügend, weil sie wichtige Merkmale nicht enthält; weil er nichts sehen will, d. sieht er nichts; /weist in Korrelation mit damit, daß nachdrücklich auf den Zweck hin und kann in dieser Funktion wegfallen / sie hatten es ihm d. verheimlicht, damit er sich nicht beunruhigen solle; damit er rechtzeitig ankommt, d. beeilt er sich; umg. ich habe es ihm d. gesagt, daß er Bescheid weiß
b) /steht dem einschränkenden trotzdem nahe / er hat eine gute Arbeit geleistet, aber d. ist er noch kein Meister; niemand hat mich eingeladen, aber d. gehe ich doch hin; sie ist nicht groß, aber d. auch nicht klein; wenn er auch manche Fehler hat, er ist d. nicht schlecht

Im WDG stöbern

a b c d e f g h i j
k l m n o p q r s t
u v w x y z - ' & µ
Zitationshilfe
„darum“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/darum>, abgerufen am 06.07.2020.

Weitere Informationen zum Zitieren …


Weitere Informationen zum WDG – Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache